Island: Tests bei der Einreise finden nicht jedes Virus

Island. Die Tests bei der Einreise nach Island sind nicht der perfekte Schutz. 300 Menschen mussten in Quarantäne, nachdem die frische Covid-19-Infektion einer eingereisten isländischen Profifußballerin zuerst nicht erkannt wurde. Die Tests sollen aber fortgesetzt werden. Ab morgen kosten sie Geld – weniger als angekündigt.

Küste Island

Küste bei Reykjanes

Eine Fußballerin des Liga-Vereins Breiðablik war am 17. Juni aus den USA zurück nach Island gekommen. Am Flughafen wurde sie negativ getestet, wie RÚV berichtet. Sie absolvierte zwei Spiele und war auch auf Festen. Doch es stellte sich heraus, dass sie in den USA in Kontakt mit einer Person gewesen war, die sich später als infiziert erwies. Die Fußballerin, die die ganze Zeit symptomfrei gewesen sein soll,  wurde erneut getestet und erhielt diesmal ein positives Ergebnis. Daraufhin mussten rund 300 Personen in Quarantäne, zumindest so lange, bis ein aussagekräftiges Testergebnis vorliegt. Von zwei Personen ist bereits bekannt, dass sie sich angesteckt haben. Die genetische Analyse des Virustyps zeige die Herkunft aus den USA, so Kári Stefánsson von deCode.

Dass die Tests in einem ganz frühen Stadium mit geringer Viruslast noch nicht anschlagen, ist bekannt. Der isländische Epidemiologe Þórólfur Guðnason mahnte deshalb Einreisende trotz eines negativen Testergebnisses zu Zurückhaltung und Abstand in den ersten zwei Wochen. Zurzeit sind zwölf aktive Covid-19-Fälle auf Island gemeldet, 443 Personen befinden sich in Quarantäne. (Weitere Quellen: Iceland Review, Islandsbloggen)

Einreisemöglichkeit für US-Bürger noch unklar

Seit dem 15. Juni werden nun täglich zwischen 500 und 1500 Menschen am Flughafen oder auf der Fähre getestet. In 23 Fällen (Ergebnisse bis zum 28. 6.) gab es positive Ergebnisse, nur 4 galten jedoch noch als infektiös, die anderen hatten schon Antikörper gebildet. Es gibt Überlegungen, Reisende aus „sicheren Ländern“ ohne Test durchzuwinken. Dieses Privileg genießen zurzeit nur jene, die aus den coronafreien Ländern Grönland und Färöer ankommen. Bisher gibt es noch keine Entscheidung dazu. Unklar ist auch noch, ob Island tatsächlich wie zuvor angekündigt am 1. Juli auch für Touristen aus den USA wieder öffnet, wo zuletzt die Zahl der Fälle wieder stark angestiegen ist.

Günstiger als angekündigt

Ab dem 1. Juli müssen die Reisenden die Tests auch selbst bezahlen. Sie werden allerdings günstiger als ursprünglich angekündigt, da sie nun aufgrund der Beteiligung von deCode  effizienter durchgeführt werden können. Wer vorab bezahlt, für den kostet es 9000 ISK (etwa 58 Euro).  Direkt am Flughafen kostet es 11 000 ISK, etwa 70 Euro. Kinder mit dem Geburtsjahr 2005 oder jünger sind von Tests und Quarantäne befreit.

Früherer Artikel zum Thema: Mehr Touristen dürfen kommen: Färöer folgen Dänemark und Island

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