Der „Kilometerkrieg“ der norwegischen Langläufer

Norwegen. Leistungssportler stehen gerade in der Warteschleife. Wettkämpfe wurde wegen Covid-19 abgesagt. Norwegische Langläufer haben eine andere Form der Konkurrenz gefunden: einen „Kilometerkrieg“ um die längste Tour. Der neueste Stand: Ein Trio lief 516 Kilometer in 31 Stunden. Darüber berichtete NRK.

Langlauf

So lange doe Ski tragen…

Es begann vor gut einer Woche damit, dass ein Gruppe ambitionierter Langläufer nördlich von Oslo zu einer längeren Tour starteten. Hans Christer Holund, der im vergangenen Jahr in Seefeld Weltmeister auf 50 Kilometer wurde,  wollte eigentlich beim traditionellen Birkebeinerrennen über 54 Kilometer starten. Aber das wurde abgesagt – wie zahlreiche andere nationale und internationale Rennen, darunter auch der schwedische Extremlauf Nordenskiölsloppet. Holund also und seine Clique ambitionierter Langläufer startete morgens um sieben Uhr. in der hügeligen Nordmarka nördlich von Oslo. Nach 11 Stunden und 23 Minuten hatten Holund 204, Johan Tjelle 203 und Sjur Obrestad Gabrielsens 202 Kilometer zurückgelegt.

Konkurrenz jenseits der Wettkampfsaison

Das war aber nur der Anfang, denn es gibt ja noch mehr norwegische Langläufer, deren Wettkampfsaison vorzeitig endete. Und die nahmen die Nachricht von Holunds Mega-Lauf interessiert auf. Nur wenige Tage später meldeten Anders Aukland und Joar Thele 320 Kilometer in 17 Stunden und 50 Minuten. „Das Ziel war, Holund zu schlagen“ so Aukland gegenüber NRK.

Damit war der Kilometerkrieg in Gang. Eirik Asdøl hatte eigentlich auf noch mehr gehofft, schaffte aber immerhin 376 Kilometer in 19 Stunden. Sein Rekord hielt nicht lange: Anders Aukland, sein Bruder Jørgen sowie Joar Thele suchten sich eine optimale Strecke um den See Gjerdingen in der Nordmarka und starteten heimlich erneut: in 31 Stunden und 30 Minuten legte das Trio dort 516 Kilometer zurück. „Das Ziel war, die längste Tour zu gehen, die es jemals gab“, so Aukland zu NRK. Dazu galt es noch eine alte Marke aus dem Jahr 1983 von Bjørn Løkken zu schlagen.

Auch bei den Langläuferinnen gibt es nun eine Marke: Auklands Clubkameradin Thea Krokan Murud legte 347 Kilometer in 24 Stunden zurück.

Noch ist die Langlaufsaison nicht vorbei – aber möglicherweise kehren die Sportler nun zu normalen Trainingseinheiten zurück.

Früherer Artikel zum Thema Extrem-Langlauf: Das Ultra-Skirennen des Polarforschers Nordenskiöld

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