Sechs Leuchttürme in Norwegen zu vermieten

Norwegen. Neues Leben gesucht, ganz weit draußen am Meer? Die norwegische Küstenbehörde, Kystverket, sucht aktuell neue Mieter für sechs Leuchttürme samt Wohngebäude. In der Regel zahlt man dabei nicht einmal Geld, muss aber ein Konzept vorlegen, was man dort machen will, und verpflichtet sich dazu, die Anlage instandhalten. Die Bewerbungsfrist geht bis zum 25. Februar.

Fruholmen Fyr. Foto Kristine Moltu/ Kystverksmusea

Kystverket besitzt und verwaltet insgesamt 115 Leuchttürme, zu denen auch Wohngebäude gehören, in denen früher der Leuchtturmwärter und eventuell seine Familie lebten. Heute sind alle automatisiert, einige auch abgeschaltet. Das sind die Leuchttürme, die aktuell neue Betreuer suchen:

Fruholmen fyr – Måsøy kommune, Finnmark. Errichtet 1866. Steht auf einer kleinen Insel (Fruholmen) nordwestlich von Ingøya. Frisch renoviert, erst ab 1.9. frei. Gilt als nördlichster ehemals bemannter Leuchtturm (71°05’37“ N). Mehr auch hier.

Kjølnes fyr – Berlevåg kommune, Finnmark. Errichtet 1916, denkmalgeschützt. Sechs Kilometer entfernt von Berlevåg, es gibt eine Straße dorthin.  Mehr zur Renovierung dort.

Landegode Fyr vor Bodø. Foto Hans Steffenakk/ Kystverket

Landegode fyr – Bodø kommune, Nordland. Errichtet 1902, denkmalgeschützt. Steht auf der kleinen Insel Æggløysa nördlich der Insel Landegode vor Bodø. 

Barøy fyr – Narvik kommune, Nordland. Errichtet 1903. Niedriges, aber wichtiges Küstenfeuer auf einer kleinen Insel in der Einfahrt zum Ofotfjord – dem Weg der Erzschiffe nach/aus Narvik. In Etappen modernisiert. Mehr auch hier.

Ytterøyane fyr – Kinn kommune, Vestland. Errichtet 1881, denkmalgeschützt. Auf einer kleinen Insel, Ansteuerung von Florø. Vogelreservat, deshalb beschränkte Nutzungsmöglichkeiten. Diese Anlage kann man auch digital besuchen. 

Stavseng fyr – Kragerø kommune, Telemark. Errichtet 1874, denkmalgeschützt, seit 2024 abgeschaltet. Festlandküste, auf dem Landweg zugänglich. 

Der endgültige Plan zur Nutzung der Anlage entsteht in Kooperation mit Kystverket. Man bewirbt sich aber mit Vorschlägen, die unter anderem folgende Punkte beinhalten sollten:

    • Wie sollen die Räumlichkeiten genutzt werden (z.B. Café, Übernachtungsmöglichkeiten)?
    • Auf welche Weise wird die besondere Geschichte dieser Anlage und der Küstenkultur vermittelt?
    • Wie stellt man sicher, dass die Belastungsgrenzen von Natur und Kultur nicht überschritten werden?
    • Wie stellt man den baulichen Unterhalt der Anlage sicher?
    • Wie stellt man die notwendigen Finanzen für Betrieb und Unterhalt sicher? 

Übersicht, Links und weiterführende Informationen bei Kystverket.

Früherer Artikel zum Thema:

Leuchtturminsel Bjørnøy vor Bodø an privat verkauft

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Die Inlandsbahn als Retter in der Not – was geht noch?

Schweden. Zwei Mal rettete die Inlandsbahn im vergangenen halben Jahr schwedische Züge vor einem Totalstopp: Sie diente als Umleitung für Güterzüge, als im Herbst in Västernorrland Gleise unterspült wurden und nicht mehr benutzbar waren. Und während SJ im Schneeunwetter „Anna“ alles nördlich von Gävle einstellte, bugsierte Snälltåget seinen Zug über das Gleis der Inlandsbahn. Die Betreibergesellschaft meint, die Inlandsbahn könne noch viel mehr leisten – dafür müsse aber zuvor investiert werden. Darüber berichtete SVT

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Norwegen: 57 neue Lizenzen für Öl- und Gassuche vergeben

Norwegen. Vor der norwegischen Küste soll weiter nach Öl und Gas gebohrt werden. Das Energieministerium vergab 57 neue Suchlizenzen an 19 verschiedene Unternehmen, die sich dafür beworben hatten. 31 Lizenzen gibt es für Gebiete in der Nordsee, 21 für die Norwegische See und fünf für die Barentssee. Umweltorganisationen protestierten dagegen vor der Tür. Darüber berichtete NRK. 

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2025: Ungewöhnlich viele tödliche Unfälle im schwedischen Fjäll

Schweden. Im Jahr 2025 verunglückten 18 Menschen im schwedischen Fjäll tödlich. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist das ungewöhnlich viel, durchschnittlich waren es drei bis vier. Dabei handelte es sich um Unfälle ganz unterschiedlicher Art – gemeinsam ist den meisten, dass es Menschen traf, die durchaus Erfahrung hatten. Darüber berichtete SR. Besonders ungewöhnlich waren die Todesfälle durch Kohlenmonoxid und ein Arbeitsunfall.

Im Fjäll

Fast alle dieser tödlichen Unfälle fanden abseits markierter Wege statt: ein Lawinenunglück in Kårsavagge bei Abisko, bei dem zwei Heliski-Touristen starben, zwei Skiunfälle, ein Fall von Ertrinken nahe Storuman, vermutlich beim Eisangeln,  Unfälle mit Schneemobilen und Quads, Abstürze beim Wandern und Klettern. So stürzte ein Mann aus Deutschland bei Kårsavagge tödlich ab.

Gefahr Kohlenmonixid

Eher ungewöhnlich sind die beiden Fälle mit Kohlenmonoxidvergiftung im Februar: Zum einen traf es zwei Männer im Zelt, zum anderen eine Frau in einer Rasthütte. Als Quelle wird jeweils ein Campingkocher vermutet. Der schwedische Fjällsicherheitsrat will nun mit einer zusätzlichen Kampagne darauf aufmerksam machen, dass man den Kocher nicht in geschlossenen Räumen bzw. Zelten benutzen sollte. Denn bei ungenügender Belüftung brennt die Flamme schlecht, und es kann Kohlenmonoxid entstehen.

Tödlicher Absturz zweier STF-Angestellter

Zur Statisik trug aber auch ein Arbeitsunfall bei, der Anlass zu Veränderungen gab: der tödliche Absturz von zwei Angestellten des schwedischen Touristenvereins STF im April. Diese hatten am Kebnekaise ein Seil demontieren sollen, das einige Wochen zuvor im Zusammenhang mit dem Extremskirennen Kebnekaise Classics angebracht worden war. Die beiden Männer im Alter von 35 Jahren stürzten mehr als 100 Meter tief, weil sich eine Befestigung löste. Die Polizei ermittelte dazu, und die Behörde für Arbeitsschutz untersuchte die Abläufe zur Risikobeurteilung bei STF. 

 Wie Arbetet berichtet, hatten die Männer sich selbst angeboten, das Seil zu entfernen, und sie waren auch erfahrene Wanderführer. Sie hatten aber keine Spezialausbildung für fortgeschrittenes Klettern im alpinen Milieu, so wie diejenigen, die das Seil angebracht hatten. STF hat inzwischen die  Veränderungen umgesetzt, die die Behörde für Arbeitsschutz verlangt hatte. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kommt, ist noch nicht klar.

Frühere Artikel zum Thema: 

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Grönland: Riesige Demonstrationen – Trump eskaliert weiter

Grönland/Dänemark/USA. Tausende gingen gestern in Grönland und Dänemark auf die Straße, um gegen die Grönland-Pläne des US-Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Doch noch während die Aktionen in Gange waren, eskalierte Trump erneut: Er kündigte Strafzölle an für jene Länder, die gerade eine Handvoll Soldaten und Offiziere für eine Übung auf die Insel geschickt hatten. Über den Tag berichteten unter anderem KNR und DR. 

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Oulu ist jetzt europäische Kulturhauptadt

Oulu (Finnland). Oulus Jahr als europäische Kulturhauptstadt wurde im dichten Schneetreiben eröffnet. Trotzdem war der Marktplatz voll mit Besuchern. Rund 200 Veranstaltungen finden allein an diesem ersten Wochenende statt. Einige Ausstellungen und Projekte laufen nun das ganze Jahr. Für diejenigen, die Oulu besuchen wollen, lohnt sich aber der genau Blick ins Programm, denn es gibt übers Jahr verteilt einige Höhepunkte – ob Schneefest, Kunstpfad, Mitternachtslauf oder Musikveranstaltungen mit und ohne Instrumente.

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Longyearbyen: Wenn das Versorgungsschiff nicht kommt

Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Eigentlich hätte heute das Frachtschiff Norbjørn in Tromsø ablegen und neue Lebensmittel nach Longyearbyen bringen sollen. Doch das Frachtschiff liegt noch auf der Werft, Ersatzteile haben sich verspätet. Im einzigen Supermarkt fehlen schon die ersten frischen Lebensmittel. Darüber wurde auch im norwegischen Parlament diskutiert – wobei zuerst einmal niemand zuständig sein wollte. Darüber berichtete NRK.

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Diplomatie-Versuch in Washington: Lösung durch Arbeitsgruppe?

Grönland/Dänemark/USA. Bei dem hochkarätigen Treffen in Washington gestern zwischen Vertretern der USA, Dänemarks und Grönlands wurden die grundsätzlichen Differenzen zwar nicht beigelegt. Doch zum ersten Mal gab es nun einen persönlichen Austausch statt einseitiger Statements in den Medien. Wie Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen anschließend berichtete, ist nun verabredet, zeitnah eine hochrangige Arbeitsgruppe zum Thema Sicherheit in der Arktis einzurichten. Darüber berichteten unter anderem DR und KNR.

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Vor Treffen mit USA: Grönlands Wahl in der Krise ist Dänemark

Grönland/Dänemark/USA. Heute um 16.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen sich  die Außenminister Dänemarks, Grönlands und den USA im Weißen Haus in Washington. Dabei zwingen die Übernahmedrohungen die grönländische Regierung aktuell dazu, Differenzen mit Dänemark und das Streben nach Selbstständigkeit kleinzuhalten. „Jetzt sind wir mitten in einer geopolitischen Krise, und wenn wir hier und jetzt zwischen den USA und Dänemark wählen müssen – wählen wir Dänemark“, sagte Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen.

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Erleichterung in Kittilä: Flugzeuge können wieder starten

Finnland. In Kittilä hat der extrem strenge Frost ein kleines bisschen nachgelassen – so weit, dass die De-Icing-Anlage am Flughafen wieder benutzt werden konnte. Damit konnten die zahlreichen wartenden Touristen endlich ihren Heimflug antreten. Mehr als drei Tage lang hatte in Kittilä wegen der extrem tiefen Temperaturen bis zu -40 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit kein Flugzeug starten dürfen. Während die tiefen Temperaturen in dieser Region an sich nicht ungewöhlich waren, hielten sie sich ungewöhnlich lange. Darüber berichtete Yle. 

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