Orca aus Island vor der Küste des Libanons gesichtet

Island/Libanon. Schwertwale sind zwar weltweit unterwegs, aber selten im Mittelmeer. Nun ist einer vor der Küste des Libanons gesichtet worden. Dieser ist sogar identifiziert: 2017 wurde er zuletzt vor Snæfellsnes, Island, fotografiert. Es handelt sich um die längste dokumentierte Strecke, die ein Orca je geschwommen ist. Das meldete Orca Guardians Iceland.  Die Walschützer machen sich allerdings Sorgen um den Gesundheitszustand.

Orca

Orca unterwegs (Symbolbild). Foto Skeeze/pixabay

Im Dezember 2019 wurde der Orca bereits vor Genua gesichtet. Damals hatte er noch Gesellschaft von drei anderen. Aufgrund guter Bilder und Videos konnte die Gruppe identifiziert werden. Diese Gruppe wurde seit 2014 häufiger gemeinsam vor Island gesehen. Schon die Ankunft in Genua galt als rekordverdächtig. Schon damals fiel allerdings der schlechte Ernährungszustand auf. Bei der Sichtung vor Island 2017 gehörte auch ein neugeborenes Kalb zu der Gruppe. Dieses soll auch bei Genua aufgetaucht sein, überlebte aber nicht.

Noch erstaunlicher ist nun die Sichtung von Schwertwal SN113,  “Riptide” genannt, vor Beirut an der Küste des Libanons, mehr als 8000 Kilometer von Island entfernt. Mit Hilfe von Kontakten vor Ort und lokalen Fischern gelang es, Bilder zu machen, anhand derer sich das Tier nun identifizieren ließ. Normalerweise schwimmen Orcas nicht so weit ins Mittelmeer hinein, so die ursprünglich aus Leipzig stammende Walforscherin  Marie Mrusczok von Orca Guardians Iceland zu RÚV. Es gebe zwar Gerüchte zu Sichtungen aus den 1980er Jahren, diese Sichtung sei jedoch die erste bestätigte.

Sackgasse Mittelmeer?

„Riptide“ zeigt offenbar einen schlechten Ernährungszustand. Mrusczok vermutet, dass die Tiere ein Problem haben, im Mittelmeer geeignetes Futter zu finden. Die anderen drei Gruppenmitglieder seien vermutlich bereits tot sind. Der Kadaver eines jungen weiblichen Tieres sei an einem libanesischen Strand gefunden worden und könne auch dieser Gruppe stammen. Ob „Riptide“ nun den Weg zurück und zu besseren Nahrungsquellen findet, ist fraglich.

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