Ölsucher ziehen in die Barentssee

Norwegen. Auf dem norwegischen Festlandssockel wurde 2017 fleißig nach Öl gesucht – besonders häufig in der Barentssee. 31 beendete Probebohrungen verzeichnet das norwegische Öldirektorat (Oljedirektoratet) insgesamt bisher. Darunter sind drei, die bereits im Vorjahr begonnen wurden. 15 Bohrungen fanden in der Barentssee statt, elf in der Nordsee und fünf in der Norwegischen See, also vor der nordwestlichen Küste.

Bohr-Rigg

Bohr-Rigg Leiv Eiriksson. Foto: Lundin Petroleum

Ein weiterer Versuch läuft gerade in der südlichen Barentssee: Lundin Norway, einen Tochterfirma der schwedischen Lundin Petroleum, hat am 8. Oktober begonnen und plant mit 70 Tagen. Benutzt wird dafür das Rigg Leiv Eiriksson. Bei den bisherigen sieben Bohrungen in diesem Jahr war Lundin fünf Mal erfolgreich.

Bei den vom Öldirektorat aufgelisteten Bohrungen handelt es sich teilweise um erste Tests in geologisch vielversprechenden Gebieten, teilweise um Untersuchungen im Bereich bekannter Vorkommen. Etwa zwei Drittel der Versuche waren erfolgreich, es wurde Öl und/oder Gas gefunden, allerdings meist nur in begrenzten Mengen.

Größter Akteur war Statoil mit zwölf Versuchen, darunter auch der, der am meisten Aufmerksamkeit erregte – Korpfjell in der nordöstlichen Barentssee. Greenpeace hatte gegen die Ausweitung der Ölförderung in den Norden direkt vor Ort protestiert. Die Aktivisten wurden samt Schiff vorübergehend festgenommen.

Gefunden wurde Gas, aber nicht in wirtschaftlich interessanten Mengen.  Statoil steht aber in den Startlöchern mit zwei anderen lukrativen Projekten: Die Ausbeutung der Ölfeldes Johan Sverdrup in der Nordsee, das zu den größten auf dem norwegischen Festlandssockel gehört, und die 2019 starten soll, sowie dem Gasfeld Aasta Hansteen in der Norwegischen See.

Wenig Glück hatte ENI Norge in diesem Jahr: Alle drei Bohrversuche brachten keinen Erfolg. Außerdem wurde die von ENI erst im Frühjahr 2016 in Betrieb genommene Ölbohrinsel Goliat von der Aufsichtsbehörde (Petroleum Safety Authority Norway) vorübergehend stillgelegt – wegen Explosionsgefahr durch Funkenflug aufgrund der verwendeten Elektromotoren. Goliat ist zurzeit noch die einzige Ölplattform in der Barentssee. Weiter nördlich, im Feld Snøhvit, wird Gas gefördert.

 

 

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