Noch mehr Bergkunst am Altafjord

Alta. Archäologen der Universität Tromsø haben auf der Insel Årøya im Altafjord bisher nicht bekannte Felsritzungen entdeckt. Auch am Ende des Fjordes tut sich etwas: Am Mittwoch, 30. Mai, eröffnet im Museum am Welterbe-Standort in Alta eine neue Ausstellung, bei der die Besucher Bergkunst auf verschiedenen Ebenen vermittelt bekommen.

Bergkunst

Felsritzungen in Alta, mit roter Farbe nachgefahren.

Die Felsritzungen in Alta sind zwischen 2000 und 7000 Jahre alt. Sie wurden in den 1960er und 1970er Jahren entdeckt – wie der jüngste Fund auf Årøya zeigt, längst nicht alle in der Gegend.  1985 wurden die Fundstätten in Alta als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt. Die Künstler waren Jäger und Fänger. Die Vielzahl der Bilder – mehr als irgendwo anders in Nordeuropa – hat die Archäologen darauf schließen lassen, dass die Gegend um Alta schon in der Steinzeit ein wichtiger und vielbesuchter Treffpunkt war.  Das Problem des Museums bisher: Die Bergkunst auf dem weitläufigen Gelände am Fjord war bisher nur sichtbar, wenn kein Schnee lag – und die Winter in Alta auf fast 70 Grad Nord sind lang. Dabei kommen auch in diesen Monaten viele Besucher in die Finnmark, zum Skilaufen und wegen des Polarlichts.

Die neue Ausstellung „Spor i berg“ („Spuren im Berg“) , über die Altaposten berichtet, wird auch den Wintergästen zugänglich sein. Mehrere Jahre sei daran gearbeitet worden, so die Projektleiterin in der Zeitung, und kündigt an:  „Spor i berg“ bietet ein ganz anderes Erlebnis als frühere Ausstellungen und die Besuchenden werden mehr über Bergkunst lernen, indem sie sowohl Hände als auch Hirn gebrauchen.“

Altafjord

Blick über das Welterbe-Gelände zum Altafjord.

Welche Motive die gerade erst freigelegten und dokumentierten Ritzungen auf  Årøya zeigen, lässt sich auf dem bei Facebook veröffentlichen Foto der Archäologen aus Tromsø noch nicht so richtig erkennen. In Alta sieht man vor allem Menschen, Tiere und Boote aus verschiedenen Epochen – was eben den Alltag ausmachte. Ein Teil der Motive ist mit roter Farbe nachgezogen, sodass sie auch bei ungünstigem Wetter gut zu erkennen sind. Andere blieben naturbelassen auf dem gereinigten Felsen.

Ursprünglich, so haben die Archäologen ermittelt, wurden all diese Bilder auf Strandhöhe angebracht. Dass sie sich heute weiter oben am Hang befinden, liegt an der Landhebung, die nach Ende der Eiszeit eingesetzt hat. Je weiter oben die Ritzungen, desto älter sind sie.

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