Mit sechs Schlittenhunden auf „Lapplandquest“

Schweden. Mal nicht nur zwei Wochen Urlaub machen, sondern eine richtig große Tour – davon träumen viele. Klaus und Doris Stüben aus Kosel bei Eckernförde haben sie umgesetzt: 1500 Kilometer die schwedische Bergkette entlang, von Mitte Februar bis Mitte April, auf Skiern und mit sechs Schlittenhunden. Sie gehören damit zu denen, die jetzt das „Fjällfararnas Vita Band“ tragen dürfen.

Stüben

Klaus und Doris Stüben in Treriksröset. Foto Klaus Stüben

So funktioniert das „Weiße Band“: Man meldet sich über die Webseite an und bekommt dadurch einige organistorische Hilfe und Rabatte unterwegs. Den Startzeitpunkt bestimmt man jedoch selbst und ist auch für seine eigene Sicherheit verantwortlich. Es gilt nur Muskelkraft. Zu bewältigen ist die Strecke zwischen Grövelsjön Fjällstation (Idre Kommun) im Süden und Treriksröset – dort, wo Schweden, Finnland und Norwegen einen Grenzpunkt teilen. Die Variante für die Zeit ohne Schnee ist das Gröna Bandet. Der Titel soll Lust machen auf lange, nachhaltige Touren in den Bergen und den Erwerb des entsprechenden Wissens und der Fähigkeiten.

Klaus, 58, und Doris, 62, hatten eine gewisse Vorstellung davon, worauf sie sich einließen, und ihre Reisen lassen sich auch im Tourblog verfolgen:  Mit den sechs Alaskan Malamute waren sie im Herbst 2016 im Glaskogen (Värmland) unterwegs gewesen, noch ohne Schnee, mit rollenden Gefährten. Im Frühjahr 2017 testeten sie dann erstmals die Langstrecke mit Skiern und Pulkas, von Järpen (Storlien) nach Abisko, 1000 Kilometer. Die offizielle Anmeldung zum Vita Bandet, privat auch „Lapplandquest“ genannt, sei „Ansporn und Anspruch“ gewesen, so Klaus Stüben im Rückblick.

Ungewöhnlich viel Schnee

Schlittenhunde

Unterwegs mit Schlittenhunden. Foto Klaus Stüben

Acht Wochen dauerte die Tour, die geprägt war von ungewöhnlich viel Schnee in ganz Schweden. Schneescooter, normalerweise unbeliebt bei allen, die nicht selbst drauf sitzen, wurden so manchmal zu nützlichen Verbündeten – sie sorgten für befahrbare Spuren. Den Unterschied zwischen einer Tour mit Hunden und einem Scootertrip beschreibt Klaus Stüben übrigens so: „Die Hunde sind manchmal laut vor dem Start, aber dann ist es still, sobald es losgeht, und man hört nur das Gleiten der Kufen im Schnee. Beim Scooter ist es genau umgekehrt: Ruhe vor dem Start, aber auf der Tour immer Lärm, Kälte und Gestank.“

Das Paar ist allerdings nicht mit einem „Hundeschlitten“ unterwegs, wie es im hohen Norden oft praktiziert und auch für Touristen angeboten wird. „Wir sind beide von Kind an auf den Skiern gewesen, und da liegt es nahe, mit einer Pulka unterwegs zu sein. Und man braucht für einen Schlitten mehr Hunde….da reicht unser Team nur für einen Schlitten“, erklärt Klaus Stüben. Bei guten Bedingungen ziehen die Alaskan Malamute die beiden Skifahrer durchaus flott mit, wie auch das Video unten zeigt. Bei schlechten müssen die Menschen dafür auch mal mit anpacken, um die Pulka den Berg hinauf zu  bringen.

Mal warme Unterkunft, mal Zelt

Karte Vita Bandet

Der Weg zum Vita Bandet. Karte Stüben

Acht Wochen durch den Schnee haben so ihre Tücken: Temperaturen, die auch mal unter minus 20 Grad fallen, vom Winde verwehte Spuren und Tiefschnee. Manchmal gibt es beheizte Unterkünfte mit freundlichem Empfang, manchmal nur das Zelt und das Wasser für die Hunde muss mit dem Kocher erst geschmolzen werden. Und dabei ist immer klar: Schnelle Hilfe bei Problemen unterwegs ist nicht zu erwarten – anderes als bei einer organisierten Veranstaltung oder einem Rennen steht kein Backup-Team bereit.

In seinem Buch „Vita Bandet – Mit Schlittenhunden Lappland erleben“ lässt Klaus Stüben die Leser an dem Abenteuer teilhaben – von der Vorbereitung bis nach Treriksröset.  Mal ist der Leser vielleicht froh, dass er gerade nicht bei Minusgraden auf einem See ohne Sicht unterwegs ist.  Aber die Bilder wecken dann doch die Sehnsucht – nach draußen, nach einem echten Winter, nach Abenteuer. Und vielleicht auch ein bisschen nach einem laufwilligen Schlittenhund.

Das Buch „Vita Bandet – Mit Schlittenhunden Lappland erleben“ von Klaus Stüben kann unter der ISBN 978-3-00-060898-8 im Buchhandel oder direkt beim Autor unter k.stueben@gmail.com bestellt werden. Es hat 250 Seiten und kostet 14,95. Euro.

Einen kleinen Eindruck der „Lapplandquest“ gibt auch  dieses Video:

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