Mehr als 400 gestrandete Wale in zehn Jahren – die meisten 2019

Island. Warum stranden Wale? Darüber wird seit Jahrzehnten gerätselt, ohne dass es bisher mehr als Theorien dazu gab. An der isländischen Küste gab es zuletzt einige spektakuläre Fälle. Insgesamt strandeten dort in den vergangenen zehn Jahren bei 237 verschiedenen Ereignissen mehr als 400 Wale. Das ergab eine Statistik des Meeresforschungsinstitutes.

Tote Pilotwale

Die toten Pilotwale am abgelegenen Strand von Löngufjörur werden untersucht. Foto Svanhildur Egilsdóttir, Hafrannsóknastofnun

Die Statistik wurde aufgrund einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Andrés Ingi Jónsson vom isländischen Meeresforschungsinstitut zusammengestellt.  In den meisten Fällen handelte es sich um einzelne Wale verschiedener Arten, darunter Blauwale, Finnwale, Pottwale und Buckelwale, aber insgesamt nicht mehr als 10 -20 im Jahr.

Drei Jahre weichen markant davon ab:

So gab es 2013 eine „Massenstrandung“ mit 53 Pilotwalen (auch Grindwale genannt) bei Snæfellsnes. 2018 strandeten auffällig viele Entenwale, teilweise auch in kleineren Gruppen (2-4 Tiere). Insgesamt verendeten 2018 52 Wale an Land. 

2019 ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich: Es gab drei Massenstrandungen, jeweils Pilotwale (14 bei Reykjanes, 50 bei Snæfellsnes und 60 bei Langanes). Insgesamt endeten in diesem Jahr schon 152 Tiere am Strand – und damit mehr als in den neun Jahren zuvor.

Im Verdacht: Schiffsverkehr, Sonar, Militärübungen

Zu den vermuteten Ursachen gehören Schiffsverkehr, Sonar und geologische Untersuchungen. Es ist bereits eine internationale Untersuchung in Gang, die Ursache für die auffällige Zahl von Entenwal-Strandungen im Jahr 2018 sucht, die auch in anderen Ländern am Nordatlantik vorkamen. Im Verdacht sind die Militärübungen, die 2018 stattfanden. Es sei jedoch schwer, Informationen darüber zu bekommen, heißt es in der Antwort.

Für die Massenstrandungen von Pilotwalen im laufenden Jahr gibt es noch keine Ansätze. Die Wissenschaftler des isländischen Institutes haben die Tiere zwar jeweils untersucht und Proben genommen. Für eine systematische Ursachenforschung fehlen ihnen jedoch die Mittel. Dies müsse sich ändern, fordert der Abgeordnete.

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