Island: Gemeinde sagt Nein zu Luxushotel am Nationalpark Þingvellir

Island. Fünf-Sterne-Hotel, 18-Loch-Golfplatz, Angestelltenunterkünfte  und Restaurant. Plus günstiges Hotel, Infozentrum und Campingplatz. Diese Idee war dem Gemeinderat von Bláskógabyggð am See Þingvallavatn zu groß. Die Umsetzung war zwar nicht  im Gebiet des Nationalparks Þingvellir geplant, aber direkt daneben am westlichen Ufer des Sees. Darüber berichtete unter anderem RÚV.

Þingvellir

Þingvellir

Täglich besuchen zahlreiche Touristen den Nationalpark Þingvellir – der historischen Örtlichkeit und der dramatischen Geologie wegen. Seit das Hotel Valhöll 2009 abbrannte, gibt es aber kein Hotel mehr in der Gegend, nur einen Campingplatz. Die Nachfrage wäre also da.  Dieses Projekt passe aber nicht in die Landschaft und nicht in die Nähe des Nationalparks, erklärte des Vorsitzende des Gemeinderats, Helgi Kjartansson, den Reportern von RÚV.

Die Gemeinde will die Tür aber nicht komplett zuschlagen und könnte sich gegenüber einem kleineren Projekt durchaus offen zeigen. Allerdings müsse vorher geklärt werden, ob auf der angedachten Fläche  überhaupt gebaut werden dürfe, da sie im Wasserschutzgebiet liegt. Man habe den Eignern geraten, sich zuerst an die Umweltbehörde zu wenden, so der Vorsitzende. Hinter den Hotelplänen stand ein isländisches Paar.

Allmannagjá

Allmannagjá

Þingvellir ist Islands ältester Nationalpark (seit 1928) und auch UNESCO-Welterbe (seit 1972). Zum einen ist es der Platz, wo die Isländer sich nach der Landnahme zur Volksversammlung trafen, sowohl, um Gesetze zu schaffen, als auch, um Gericht zu halten. Das „Alþingi“ gehörte zu den ältesten Parlamenten der Welt. Es wurde später von den Dänen aufgelöst.

Der geschichtsträchtige Ort befindet sich an einer auch geologisch interessanten Stelle: Dort driften die amerikanische und die eurasische Erdplatte auseinander. Spuren davon kann man im ganzen Gebiet sehen. Die Allmannagjá (Allmännerschlucht) ist besonders auffällig. In der Silfra-Spalte kann man in eiskaltem, aber klarem Wasser im Trockenanzug „zwischen den Platten“ tauchen oder schnorcheln.

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