Hoffnung auf Ausrottung von Scrapie auf Island

Island. Scrapie ist seit Jahrzehnten die größte Sorge eines isländischen Schafbauern. Die Krankheit ist nicht nur tödlich für das betroffene Tier. Damit sie sich nicht weiter ausbreitet, muss die gesamte Herde getötet werden. Es gibt keine Medizin gegen Scrapie – aber es gibt Schafe, die immun dagegen sind. In diesem Herbst werden erstmals junge Böcke verkauft, die das Resistenz-Gen in sich tragen. Darüber berichten RÚV und Iceland Review.

Schafe Island

Schafe auf Island. Foto Elisabeth Mosaidis/ Pixabay

Die Geheimwaffe gegen Scrapie heißt ARR – ein Genotyp, der besonders resistent gegen die Seuche ist. In Festland-Europa gibt es bereits gute Erfolge bei Züchtungen damit. Auf Island wurde dieser Genotyp nur auf dem Hof Þernunes in Ostisland entdeckt – im Rahmen einer landesweiter Reihenuntersuchung. Es handelt sich um sechs Schafe aus einer älteren Zuchtlinie, darunter auch ein Bock. Der Landwirt züchtete daraufhin gezielt damit und hat nun 15 junge Böcke des resistenten Genotyps. Diese werden nun verkauft – zu moderaten Preisen, wie der Landwirt verspricht.

Behörden lockern Vorschriften, um Zucht zu erleichtern

Zu Schutz vor Scrapie gibt es auf Island sehr strenge Regeln, innerhalb welcher Bereiche  welche Schafe bewegt werden dürfen. Für die Zucht mit Scrapie-immunen Böcken sind nun extra Ausnahmen erlassen worden – damit Schafzüchter in gefährdeten Regionen auch diese vielversprechende Möglichkeit nutzen können.

Neben ARR gibt es noch einen weiteren Genotyp, der wahrscheinlich resistent ist gegen Scrapie: Tiere mit dem Genabschnitt T137. Dieser ist bisher noch nicht so ausführlich erforscht worden. Die Aufsichtsbehörde lässt auch für diese Variante Ausnahmen von der Reisebeschränkung zu.

Hoffnung auf ein Scrapie-freies Island

Scrapie, isländisch Riða, ist eine unheilbare, tödlich verlaufende Krankheit der Gehirns bei Schafen. Hervorgerufen wird sie durch fehlgebildete Proteine (Prionen) – ähnlich wie BSE bei Rindern. Wenn ein Fall auftaucht, muss die gesamte Herde getötet werden. Weil die Prionen auch noch im Boden überleben, dürfen auf dem betroffenen Hof auch nach einer umfassenden Säuberungsaktion zwei Jahre lang keine Schafe gehalten werden. Die resistenten jungen Böcke verkörpern nun die Hoffnung darauf, dass es gelingen kann, Island Scrapie-frei zu machen.

Früherer Artikel zum Thema:

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Island veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.