Schweden. Seit Neujahr und noch bis Montag ist Nordschweden vom Zugverkehr aus dem Süden abgehängt. Ursache ist ein Unwetter mit Sturm und Schnee, genannt „Anna“, über der Region Gävleborg und darüber hinaus. Nach dem heftigen Sturm „Johannes“ vor einer Woche war dieselbe Region damit noch einmal betroffen. Es kam zu massiven Verkehrsproblemen und weiteren Stromausfällen. Gestern zog das Unwetter auch über Stockholm. Darüber berichtete SVT.
SJ hat allen Zugverkehr nördlich von Gävle bis Montag 10 Uhr eingestellt. Das betrifft alle Verbindungen Stockholm-Sundsvall-Umeå-Luleå-Narvik und Stockholm-Östersund-Åre-Duved – zu einer Zeit, in der Weihnachtsurlauber aus den Skiorten zurückkommen wollen. Es wird kein Ersatzverkehr angeboten, da die Verkehrsbehörde von jeder Art Verkehr in den betroffenen Gebieten abrät, auch von Bussen. Tatsächlich war der ÖPNV in Gävleborg und darüber hinaus größtenteils eingestellt. SJ bietet die Möglichkeit zur Umbuchung, Rückzahlung und bis zu 3000 SEK für Kost und Logis für diejenigen, die nun länger auf ihre Fahrt warten müssen.
Probleme bei allen Verkehrsmitteln

Lage heute morgen: Gelb: Gefahr für schwierige Verhältnisse, Rot: schwierige Verhältnisse. Screenshot der Karte von Trafikverket
Auf den Straßen gab und gibt es immer wieder Probleme und Unfälle – aufgrund von Schnee, Glätte oder umgestürzten Bäumen. In der Nacht von Freitag auf Samstag saßen rund 400 Fahrzeuge fest auf der E22. Aktuelle informationen zum Straßenverkehr gibt es auf der Karte von Trafikverket.
Nicht nur der Straßen- und Bahnverkehr hatte Probleme. Auf dem Flughafen Arlanda wurden Flüge eingestellt oder hatten Verspätung. Reisende mussten lange auf ihr Gepäck warten, da Personal für die Schneeräumung benötigt wurden.
Viele schon seit Sturm „Johannes“ ohne Strom
Noch mehr Geduld brauchen diejenigen, die schon seit Sturm Johannes vor einer Woche keinen Strom mehr zu Hause haben und deren Verbindung immer noch nicht wiederhergestellt oder schon wieder zusammengebrochen ist. Laut Netzbetreiber Ellevio sind das immer noch mehr als 1000 Haushalte in Gävleborg . Inzwischen sind 700 bei einem anderen Netzbetreiber in Falun dazu gekommen. Ursache für die vielen Schäden am Stromnetz sind umgestürzte Bäume auf oberirdisch geführten lokalen Leitungen.
Kerzen, Notaggregat, Hotel
Teilweise wurden hilfebedürftige Menschen, bei denen auch noch der Strom ausgefallen war, evakuiert. Es wurden Hilfspunkte eingerichtet, wo man sich aufwärmen und das Telefon laden konnte. Manche zogen ins Hotel oder zu Bekannten, was aber nicht geht, wenn man Tiere zu versorgen hat. Andere schlugen sich mit Kerzen und Kamin oder Notaggregat durch. Der Schneefall soll nun abnehmen, die vollständige Wiederherstellung des Stromnetzes wird laut der Netzbetreiber voraussichtlich erst im Laufe der kommenden Woche möglich sein.
Züge in Norrbotten teilweise wegen Kälte eingestellt
Nicht von Unwetter „Anna“ betroffen war Norrbotten – dort war es ruhig, aber kalt. Gestern und heute wurde der Zug Luleå-Narvik von SJ deshalb wegen Kälte eingestellt. An einigen Stellen seien es -33 °C, die Züge seien nur bis -35 °C zugelassen, wird der Pressesprecher zitiert. Bei einem Stromausfall oder Defekt könne es bei so niedrigen Temperaturen schnell kritisch werden. Norrtåg stellt den Zug Luleå-Kiruna ebenfalls ein, die anderen Strecken werden bedient.
Bilanz zu Sturm Johannes:

