Kittilä (Finnland). Am Donnerstag waren in Kittilä schon die ersten Flüge ausgefallen, am Freitag durfte dort gar niemand starten oder landen. Der Grund: Es war zu kalt fürs De-Icing, denn dessen Frostgrenze liegt bei -34°C. In Kittilä waren es aber bis zu 41, 5°C. Darüber berichtete Yle. Auch heute sollen dort noch einige Flüge ausfallen.
Laut Finnair-Vertreter Jari Paajanen kommt es sehr selten vor, dass Flugzeuge deshalb nicht starten können. Das Problem sei auch nicht der Frost allein gewesen, sondern dass es in Kittilä eine hohe Luftfeuchtigkeit gegeben habe. Dann bestehe die Gefahr, dass das Flugzeug beim Start vereise. De-Icing, also das Besprühen von Tragflächen und anderen wichtigen Teilen mit Enteiser vor dem Start, könne aber bei so tiefen Temperaturen in Kittilä nicht durchgeführt werden. Bei trockenem, klarem Wetter wäre die Kälte weniger problematisch gewesen. Die Fluggäste wurden mit Bussen zu anderen Flughäfen gebracht.
Der strenge Frost mit Temperaturen, die unter -30°C sinken können, hält schon eine Weile an in Nordfinnland, und die Medien berichten auch von anderen Problemen, die Reisenden dadurch entstanden. So sind Hundeschlitten- oder Schneemobiltouren bei so tiefen Temperaturen gar nicht oder nur in verkürzter Form möglich. Nicht jeder Tourist hatte ausreichend warme Kleidung dabei. Und diejenigen, die mit dem eigenen Auto aus dem Süden kamen, hatten manchmal noch Diesel im Tank, der nicht frostsicher genug war. Zapfstellen im hohen Norden haben „Winterdiesel“ mit speziellen Beimischungen.
Den Kälterekord der Saison hält aktuell Savukoski Tulppio: Dort wurden gestern Morgen -42,8°C gemessen. Auch in der norwegischen inneren Finnmark gab es Temperaturen von unter 40°C .
Mehr zum Thema Kälte:

