Grönland. Für die Grönländer begann das neue Jahr, wie das alte geendet hatte. Wieder einmal wurden sie daran erinnert, dass US-Präsident Donald Trump ein Auge auf ihre Insel geworfen hat – zunächst durch den Social-Media-Post einer Trump-Vertrauten und dann durch einen Ausspruch von Trump selbst: „Wir brauchen Grönland, unbedingt“. Wieder einmal musste Regierungschef Jens-Frederik Nielsen darauf hinweisen, dass es die Grönländer seien, die über die Zukunft des Landes bestimmten. Updates: Neue Äußerungen von Trump: Grönland „in zwei Monaten“, „in 20 Tagen“ Thema. Neues Statement von Mette Frederiksen: „Wenn die USA sich entscheiden, ein anderes NATO-Land militärisch anzugreifen, ist alles vorbei“ – gemeint ist die NATO-Struktur.
Allerdings hatte schon der US-Angriff auf Venezuela mit Entführung des Präsidenten daran erinnert, dass aus Trumps Worten auch Taten werden können. Dann erschien ein Bild Grönlands in US-Flagge auf X, gepostet von Katie Miller, ehemalige Mitarbeiterin Trumps, deren Mann heute Vizestabsschef Trumps ist. Der Text: „Soon“. Das rief in Grönland wie in Dänemark empörte Reaktionen hervor. Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen betonte, dass es keinen Grund zu Panik gebe: „Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft entscheidet sich nicht durch Social-Media-Posts.“ Aber das Bild sei respektlos. Inzwischen geht ein anderes Bild um: Der Grönländer Orla Joelsen postete dieselbe Karte , aber in grönländischen Farben. Text: „Forever“. Joelsen will auch eine Demonstration organisieren.
Trump bekräftigt Absichten mit Grönland erneut
Weiter angefeuert wurden die Befürchtungen in Grönland, nachdem Trump seine Absichten erneut direkt bekräftigte. Atlantic-Reporter Michael Scherer fragte Trump nach Grönland, in einem Gespräch das sie eigentlich um Venezuela drehte. “We do need Greenland, absolutely,” habe Trump darauf gesagt, und die Insel als „von russischen und chinesischen Schiffen umzingelt“ beschrieben.
Reaktionen von Frederiksen und Nielsen
Sowohl Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen als auch Jens-Frederik Nielsen reagierten darauf . Beide verwiesen darauf, dass Dänemark und Grönland bereits Teil der NATO seien und zur Sicherheit der USA beitrügen. Beide forderten außerdem, die Drohungen gegenüber einem langjährigen Aliierten müssten ein Ende haben. Es mache keinen Sinn, darüber zu reden dass es für die USA notwendig sei, Grönland zu übernehmen, schrieb Mette Fredriksen außerdem in ihrem Statement, Die USA hätten kein Recht, eins der drei Länder der dänischen Rigsfællesskab zu annektieren.
Jens-Frederik Nielsen schrieb: „Unser Land ist kein Objekt der Großmachtrhetorik. Wir sind ein Land. Ein Volk. Eine Demokratie. Das sollte respektiert werden.“ Man sei offen für Gespräche. Aber über die richtigen Kanäle und mit Respekt für das Völkerrecht. „Grönland ist unser Zuhause und unser Territorium“.
Schwedens Premierminister Ulf Kristersson, Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre, Finnlands Präsident Alexander Stubb und Islands Premierministerin Kristrún Frostadóttir haben sich in dieser Frage öffentlich hinter Dänemark und Grönland gestellt.
Update 11 Uhr: Neue Äußerungen von Trump zu Grönland aus einem Interview von Bord der Air Force One – über Grönland könne man „in zwei Monaten“, „in 20 Tagen“ reden. (Video, ab Minute 24)
Update 19.30 Uhr: Neues Statement von Mette Frederiksen, unter anderem im Video von tv2.dk: „Ich möchte aber auch klarstellen: Wenn die USA sich entscheiden, ein anderes NATO-Land militärisch anzugreifen, ist alles vorbei. Inklusive unsere NATO und damit die Sicherheit, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewährleistet wurde.“
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