Norwegen: Licht- und Schattenseiten der Gratisfähren

Norwegen. Seit 2022 sind eine ganze Reihe der norwegischen Fährverbindungen gratis, oder besser: Die Reedereien werden über einem staatlichen Zuschuss bezahlt, nicht vom Fahrgast. Ziel der Maßnahme war, die Lebensverhältnisse auf Inseln ohne feste Wegverbindung günstiger zu machen. Auch Touristen freut das, in einem Land, wo für viele Wegabschnitte gezahlt werden muss. Ein Nadelöhr ist jedoch die Kapazität der Fähren – zum Beispiel bei den Lofoten. Das sorgt für Ärger bei denen, die für ihren Alltag auf die Fähren angewiesen sind. Vor Beginn der Sommersaison war dies mal wieder Thema bei NRK.

Fähre im Fjord

Fähre auf dem Weg nach Lødingen

Der staatliche Zuschuss war speziell dafür gedacht, kleinere Inselgemeinschaften zu unterstützen, deshalb gilt er für Verbindungen mit weniger als 100 000 Passagieren pro Jahr. Bei anderen wurden die Gebühren reduziert. Für Inselbewohner, die mehr oder weniger regelmäßig zum Festland pendeln müssen, war dies eine riesige finanzielle Erleichterung. Ein Überblick über die Gratis-Fährverbindungen: https://autopassferje.no/en/free-ferries-from-july-1st-2022/

Im Sommer konkurrieren die Einheimischen allerdings mit der zunehmenden Zahl an Wohnmobilen um die Plätze auf diesen Fähren, und in den Medien äußerten immer wieder Leute ihren Frust, die am Kai stehenblieben und nicht nach Hause kamen. 

Plötzlich sehr beliebt: Zwischenstopp auf Værøy

Und dann gibt es noch ein spezielles Problem auf der Route von Bodø zu den Lofoten: Die Verbindung zwischen Bodø und Moskenes ist kostenpflichtig. Doch es ist ein inzwischen schlecht gehütetes Geheimnis, dass sich das Geld sparen lässt, indem man einen Zwischenstopp auf Værøy einlegt. Denn die Tour nach Røst und Værøy ist gratis.

Schiff

Fähre Landegode in der Hafenausfahrt von Bodø.

Der Geschäftsführer der Reederei Torghatten Nord äußert sich bei NRK zunächst positiv dazu, dass „so viele Touristen diesen schönen Landesteil sehen wollen“. Es sei allerdings eine Herausfordung für die Kapazität mehrerer Fährverbindungen. „Wir haben registriert, dass mehrere in Værøy von der Fähre gefahren sind. Und sich direkt in die Schlange gestellt haben, um weiter (nach Moskenes) mitzukommen. Das ist also eine Methode, die sie benutzen, um nicht für das Wohnmobil über den Vestfjord bezahlen zu müssen.“ Die kostenpflichtige Direktfähre Bodø-Moskenes fährt häufiger als die Route über Røst und Værøy.

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2 Antworten zu Norwegen: Licht- und Schattenseiten der Gratisfähren

  1. Ich bin 2024 mit dem Fahrrad von Tromsø nach Bergen via Senja, Lofoten, N17, Steinkjer, Røros, Geiranger gefahren und musste nur zwei oder drei Mal etwas für Fähren bezahlen. Moskenes – Bodø war gratis.

    • Andrea Seliger sagt:

      Interessant! Wie ich zumindest die aktuelle Webseite von Torghatten interpretiere, zählen die Fahrräder auch nicht als „Fahrzeuge“…“FAQ: What should I do if I don’t have a vehicle (on foot or by bike)?“
      Passagiere ohne „Fahrzeug“ sind gratis, sofern sie nicht reservieren wollen.

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