Kupfergrube Nussir: Protestaktion zu Baubeginn

Hammerfest (Norwegen). Für die einen ist die geplante Grube am Repparfjord ein willkommener Beitrag zu Gewinnung von Kupfer in Europa – für die anderen eine Umweltkatastophe. Die Umweltorganisation Natur og Ungdom zeltet seit vier Wochen vor Ort, und einzelne Aktivisten haben sich an Baumaschinen festgekettet. Eigentlich sollte der Bau nun beginnen. Darüber berichtete NRK.

Repparfjorden

Repparfjorden. Foto Helene Lind Jensen, Natur og Ungdom

Kupfer ist weltweit gefragt – nicht zuletzt als Material für neue Technologien. Die Vorkommen Nussir und Ulveryggen nahe Hammerfest sollen Kupfer in besonders vorteilhafter Form beinhalten. Die Nussir ASA wirbt außerdem damit, dass es die erste vollständig elektrifizierte Kupfergrube sein wird, vollständig mit erneuerbarem Strom betrieben. Außerdem werden 150-200 Arbeitsplätze entstehen. Laut Nussir liegen alle Genehmigungen vor.

Abfall soll im Fjord versenkt werden

Zum Protest gegen das Vorhaben führen zwei Punkte: Der Bergbau beeinträchtigt die Weideflächen für Rentiere. Fiettar reinbeitedistrikt hat deshalb sogar Anzeige erstattet. Die Rentierhalter sind der Meinung, dass Nussir eine Genehmigung dafür fehlt.

Der Grubenabfall soll außerdem an einer tiefen Stelle im Repparfjord versenkt werden. Dabei handelt es sich unter anderem um die nicht wirtschaftlichen Gesteinsarten, die beim Abbau mit anfallen. Daran können noch Chemikalien vom Trennprozess haften. Das zerstöre die Fischpopulation im Fjord, darunter auch Lachse, so die Fischer und Umweltschützer.

Protestaktionen dauern an

Bisher hofft der Nussir-Geschäftsführer auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Er glaubt an eine Koexistenz seines Unternehmens mit der bisherigen Nutzung. Die Aktivisten wiederum hoffen auf internationale Aufmerksamkeit und einen Erfolg ihrer Proteste.

Nussir hat im vergangenen Jahr die Absichtserklärung für einen einen Liefervertrag mit dem deutschen Kupferkonzern Aurubis abgeschlossen.

Früherer Artikel zum Thema: Grube am Fjord: Kupfer aus Nordnorwegen soll nach Hamburg

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