Kohleausstieg in Longyearbyen in zwei Jahren

Spitzbergen (Norwegen). Der Kohleausstieg für Longyearbyen hat nun ein Datum: Am  25. September 2023 wird das Kraftwerk zum letzten Mal mit Kohle befeuert. Mit dem Ende des lokalen Verbrauchs wird auch der norwegische Kohlebergbau insgesamt enden. Darüber berichtete NRK.

Longyear Energiverk

Das Kraftwerk von Longyearbyen. Foto Bjoertvedt/ Wikimedia, CC BY 3.0

Die Diskussion über ein Ende der Kohle auf Spitzbergen zieht sich schon über Jahre hin. Das Aus der Gruben Lunckefjell und Svea wurde bereits 2017 von der Regierung beschlossen, da es keine Aussicht darauf gab, sie wirtschaftlich zu betreiben. Die Anlagen werden nun zurückgebaut. Gruve 7 existiert nur noch, weil sie Brennstoff für das Kraftwerk in Longyearbyen liefert und damit Strom und Wärme für die kleine arktische Siedlung mit knapp 2500 Einwohnern. 2020 überflutete nach einer Hitzewelle Schmelzwasser aus dem Gletscher die Grube – eine Situation mit offensichtlicher Symbolik.

Über den Umstieg auf eine klimafreundliche, erneuerbare Energiequelle wird ebenfalls seit Jahren diskutiert. Bisher lag aber keine Entscheidung dazu vor. Die lokale Verwaltung von Longyearbyen (Lokalstyre) hat nun den Vertrag mit dem staatlichen Kohlelieferanten Store Norske gekündigt. Damit, so erklärt es der Store Norske-Geschäftsführer in einer Pressemitteilung, ende auch der Abbau in Gruve 7. Denn das Energiewerk mit Baujahr 1982 war der wichtigste Abnehmer. Es wird zwar auch Kohle aus Longyearbyen nach Europa verschifft. Doch dieser Abbau findet nur ergänzend statt und ist nicht wirtschaftlich. Das Aus der Grube bedeutet zunächst auch das Ende der Jobs für die 55 Mitarbeiter. Gleichzeitig werden voraussichtlich die Aufräumarbeiten hinter der Grubensiedlung Svea beendet sein, sodass weitere Arbeitsplätze in Longyearbyen verloren gehen.

Von Kohle zu Diesel zu X

Welche klimafreundliche, erneuerbare Energiequelle zukünftig die Bedürfnisse der Bewohner von Longyearbyen bedienen wird, ist allerdings immer noch nicht entschieden. Longyearbyen will das Werk vorübergehend mit eingeschifftem Diesel betreiben und dann auf eine klimafreundliche Variante umstellen.

Mehr Geschäftszweige für Store Norske

Store Norske Spitsbergen Kulkompani hat inzwischen neue Geschäftszweige aufgebaut – darunter auch die Betreuung der Immobilien, die das Unternehmen Hurtigruten Svalbard abgekauft hat. Statt Kohle will es außerdem in Zukunft erneuerbare Energielösungen für die Arktis liefern. Konkrete Informationen dazu liegen aber noch nicht vor.

Weil der Kohlepreis zurzeit gut ist, soll nun so viel wie möglich von der Kohle, die es in Gruve 7 noch zu holen gibt und die auch schon vorbereitet ist, exportiert werden.

Kohlebergbau in Barentsburg

Macht Gruve 7 dicht, bleibt auf Spitzbergen noch der Kohlebergbau in Barentsburg des russischen Unternehmens Trust Arctikugol. Auch dieser ist nicht wirtschaftlich – Russland sichert sich so aber seine Rechte nach dem Spitzbergenvertrag.

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