Direkt nach Nuuk und Ilulissat: Neue Flughafen-Struktur beschlossen

Grönland. Die neue Flughafen-Struktur in Grönland ist beschlossen. In fünf Jahren sollen Touristen und Geschäftsleute von den Kontinenten direkt nach Nuuk oder Illulissat fliegen können. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben aus der Kasse Dänemarks – Dänemark erhält so auch Einfluss auf das weitere Vorgehen.

Ilulissat

Ilulissat, Grönland. Foto Thomas Christiansen

Die Reederei Hurtigruten hatte auf diese Entscheidung gehofft. Schon am Tag danach, so berichtet Sermitsiaq, ging es ernsthaft an die Umsetzung der Pläne, die die Reederei für Nuuk hat. Wenn der Flughafenausbau fertig ist, soll dort auch das neue Hotel stehen, in dem die Kreuzfahrt-Gäste vor und/oder nach der Tour noch unterkommen können. Nuuk soll der neue Ausgangs- und Endpunkt der Arktistouren mit den neuen Hybridschiffen werden.

So soll die neue Flughafenstruktur aussehen: Die Landebahnen in der Hauptstadt Nuuk und dem für Touristen besonders attraktiven Ilulissat werden auf jeweils 2200 Meter verlängert. Verlierer dieser Entscheidung ist Kangerlussuaq, bisher der zentrale Interkontinentalflughafen mit Umsteigemöglichkeiten. Seine Landebahn ist sanierungsbedüftig, er wird dann auch kaum noch gebraucht. Selbst wenn er bleibt, werden sich vermutlich nur noch wenige Touristen dorthin begeben.

Auch in Südgrönland gibt es Veränderungen: Qaqortoq, das bisher nur einen Heliport hat, bekommt eine 1500-Meter-Bahn für Regionalflüge. Noch unklar ist, welche Rolle der Flughafen Narsarsuaq, auf dem auch große Maschinen landen können, dann noch spielen wird. Sowohl Kangerlussuaq als auch Narsarsuaq wurden einst für das amerikanische Militär angelegt.

Drei Flughäfen für 3,6 Milliarden DKK

Kangerlussuaq

Bisherige Drehscheibe Kangerlussuaq. Foto Thomas Christiansen

3,6 Milliarden Dänische Kronen, umgerechnet 482 Millionen Euro, soll das Paket kosten. Die beiden zukünftigen Transatlantik-Flughäfen Ilulissat und Nuuk sollen von der Betreibergesellschaft Kalaallit Airports gebaut und betrieben werden. Der dänische Staat ist bereit, dort mit einem Drittel-Anteil finanziell einzusteigen und bürgt auch für weitere Kredite Grönlands. Dafür erhält Dänemark Einfluss und Vetorecht bei bestimmten Fragen.

Über diesen Deal war auf Grönland eine heftige Debatte entbrannt: Die einen sind froh, dass Dänemark zu Hilfe kommt, weil die Kosten für Grönland schwer zu bewältigen gewesen wären. Andere sehen darin  jedoch ein Hindernis auf dem Weg zur gewünschten Unabhängigkeit von Dänemark. Die Frage hatte zur Regierungskrise geführt, der frühere Koalitionspartner Parti Naleraq war daraufhin ausgestiegen. In der jünsten Abstimmung stand Kim Kielsens Minderheitsregierung aber die Fraktion der Demokraatit zur Seite.

NATO nutzt Kangerlussuaq häufig

Und es könnte noch eine weitere Finanzspritze geben: Aus den USA wurde die Absicht erklärt, sich an einem der großen Flughäfen zu beteiligen. Die USA haben zwar eine eigene Basis auf Grönland, in Thule /Pituffik. Wie jüngst bei einer Statistik herauskam, nutzten zuletzt aber dänische und amerikanische NATO-Flugzeuge gemeinsam den Flughafen Kangerlussuaq  genauso häufig wie die zivile Luftfahrt und bräuchten Ersatz, wenn dieser nicht mehr benutzbar wäre.

Mit der Abstimmung ist die Flughafen -Frage auch noch nicht komplett vom Eis. Einen Tag danach wurde bekannt, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung für Nuuk wiederholt werden muss, weil es dort nach der ersten Auslegungsrunde zu viele Änderungen gab.

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