Meereis-Maximum: Wenig, aber kein Negativ-Rekord

Arktis. Die maximale Ausdehnung des arktischen Meereises wurde in der ersten Märzwoche erreicht. Zu diesem Schluss kommen sowohl das Meereisportal als auch NSIDC. In diesem Jahr gab es keine neuen Negativrekorde. Erfreulich viel Eis liegt in der Beringstraße und um Spitzbergen. Insgesamt ist es jedoch trotzdem ein niedriges Meereis-Maximum.

Meereis-Maximum 2020

Meereis-Maximum 2020. Grafik: National Snow and Ice Data Center

Für Eisbären ist es eine gute Nachricht: Seit 2013 gab es nicht mehr eine so große Ausdehnung des Meereises. Das deutsche Meereisportal sah das Maximum am 4. März mit einer Fläche von 14,98 Millionen Quadratkilometern. Gezählt wird alles, was eine höhere Eiskonzentration als 15 Prozent aufweist. Das US-amerikanische National Snow and Ice Data Center (NSIDC) geht vom Maximum am 5. März aus und rechnet mit 15,05 Millionen Quadratkilometern. Die Unterschiede erklären sich durch die Methoden, wie die Satellitendaten verarbeitet werden. In der 42-jährigen Geschichte der Satellitenmessungen ist der diesjährige Wert auf Platz elf, vom kleinsten aus gesehen. Die geringste Meereis-Ausdehnung gab es im Frühjahr 2017 mit 14,41 Millionen Quadratkilometern.

Warmes Europa, kaltes Alaska

Die Eisbildung hängt stets von vielen Faktoren ab, und somit auch das Meereis-Maximum. Eine Gesamtbewertung der arktischen Wintersaison steht noch aus. In Europa und auch in weiten Teilen Sibiriens ist er auffällig warm ausgefallen. In Grönland und Alaska dagegen waren die Durchschnittwerte im Januar und Februar „normal“ bis „kälter“, im Februar auch in Tschukotka. In der Barentssee gibt es unterschiedliche Tendenzen. Viel Eis gibt es südöstlich von Spitzbergen. Die Tendenz dazu sahen Forscher bereits in den vergangenen Jahren. Ursache dafür sind vermutlich Schwankungen in der Wassertemperatur, die der Golfstrom-Ausläufer entlang der norwegischen Küste nach Norden bringt. Weniger Eis als früher liegt jedoch vor der russischen Insel Nowaja Semlja.

Ausdehnung ist auch nicht alles, wie die Crew der Polarstern seit Beginn ihrer Drift durchs Eis erlebt. Denn es gibt immer weniger dickes, mehrjähriges Eis. Je jünger und dünner das Eis ist, desto empfindlicher reagiert es auf Veränderungen. Diese Prozesse zu erforschen ist ein Ziel der MOSAiC-Expedition.

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Überblick über Meereis -Maximum und Meereis-Minimum der vergangenen Jahrzehnte. Die graue Zone zeigt die Durchschnittswerte 1981-2010. Die gestrichelte rote Linie ist das Jahr 2012, die braune 2017. Die angefangene blaue ist 2020. Alle Jahre können in der interaktiven Karte des NSIDC abgerufen werden.

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