Island erreicht Zwei-Prozent-Ziel: zwei Prozent Wald!

Island. Konsequenter Waldschutz und Aufforstungen auf Island haben Erfolg: Zwei Prozent des Landes sind nun wieder von Wald bedeckt. Dabei handelt es sich zu einem um die einheimischen Birkenwälder, die sich langsam wieder ausbreiten, aber auch um kultivierte Flächen. Das meldete der isländische Forstservice, Skógræktin. Mitte des 20. Jahrhunderts waren nur noch etwa 0,5 Prozent der Insel, vielleicht sogar noch weniger, von Wald bedeckt.

þorsmörk

Birkenwald in þorsmörk. Foto Hreinn Óskarsson/ Skógræktin

In den vergangenen 30 Jahren ist die kultivierte Waldfläche von 7000 Hektar auf 45 000 Hektar gewachsen. Der neue Wald soll vielen Zwecken dienen: Der Boden soll gebunden werden und Ökosystemen eine Chance bieten, Menschen sollen im Wald Erholung finden, der Wald soll als Kohlenstoffsenke helfen, den Klimawandel zu bekämpfen, er soll aber auch die Grundlage für eine einheimische Holzindustrie bilden. Tatsächlich kann man inzwischen auf Island einheimische Holzprodukte kaufen, wenn auch nicht in einem Umfang, dass es für das ganze Land reichen würde. Für die Forstwirtschaft werden Baumarten wie die Sitkafichte genutzt.

Der ursprüngliche einheimische Birkenwald macht etwa drei Viertel des Waldbestandes aus. Sein Wachstum wird zum einen dadurch gefördert, dass Zäune die Schafe draußen halten. Zum anderen werden Birkensamen gesammelt und Birken gepflanzt. Der isländische Forstservice, Skógræktin, arbeitet dafür mit vielen Landbesitzern und Partnern zusammen. In diesem Jahr sollen 2,1 Millionen Birkensetzlinge gepflanzt werden.

Erfolgsgeschichte Aufforstung

Die Geschichte des isländischen Waldes ist bekannt: Die Siedler fanden eine Insel vor, die zu 25-40 Prozent von Birkenwald bedeckt war. Sie nutzten dieses Holz für allerlei Zwecke, schneller als es nachwachsen konnte. Dazu trug auch die Überweidung durch die Schafe bei. Obwohl bereits 1907 die ersten Einrichtungen zum Schutz des Bodens und des Waldes gegründet wurden, dauerte es noch Jahrzehnte, bis der Abwärtstrend sich tatsächlich umdrehte. Die massive Aufforstung ist auch ein finanzieller Aufwand. Durch die Finanzkrise fehlten zeitweise die Mittel dafür.

Mit der Überschreitung der Zwei-Prozent-Marke hat Skógræktin ein wichtiges Ziel erreicht. Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Bis 2040 soll sich die kultivierte Waldfläche noch einmal verdoppeln und und die Naturwälder um 12 000 Hektar wachsen. Dann wäre man schon bei 2,6 Prozent Wald.

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