Wegen Russland-Sanktionen: Erstmals Zoll auf Spitzbergen

Spitzbergen (Norwegen). Reisende nach Spitzbergen müssen sich darauf einstellen, dass sie ab 1. Mai vom Zoll kontrolliert werden. Damit will Norwegen verhindern, dass Spitzbergen genutzt wird, um die Sanktionen gegenüber Russland zu umgehen. Bisher gab es keine Zollstation auf Spitzbergen. Darüber berichteten NRK und spitzbergen.de.

Eisbär

Eisbär im Flughafen Longyearbyen. Und demnächst auch Zollkontrollen. Foto Thomas Christiansen

Bisher war Spitzbergen vom Zollgesetz ausgenommen. Denn dort gibt es aufgrund des Spitzbergenvertrags reduzierte Steuersätze und keine Mehrwertsteuer oder Einfuhrzoll. Insofern gab es auch nichts zu kontrollieren.  Doch das Gesetz wird nun gerade geändert. Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum begründet dies mit der veränderten Situation durch Russlands Krieg in der Ukraine. Theoretisch wäre es aktuell möglich, sanktionierte Waren über Spitzbergen nach Russland zu bringen. In Barentsburg betreibt die staatliche russische Gesellschaft Arktikugol Kohlebergbau und es gibt Schiffsverkehr nach Russland.

Für die Einwohner von Spitzbergen könne ein Zollamt vor Ort sogar eine Erleichterung sein, meinte der Vertreter von Longyearbyen Lokalstyre zu NRK. In der Vergangenheit habe es Probleme beim Warentransport zwischen der Inselgruppe und dem Festland gegeben.

Der Zoll soll nur so lange auf Spitzbergen sein wie nötig. Die Einrichtung dieses neuen Dienstes wird laut NRK umgerechnet 1,2 Millionen Euro kosten.

Mehr zur besonderen Situation von Spitzbergen während des Ukraine-Kriegs:

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