Zwei Jahre länger Kohlebergbau in Longyearbyen

Longyearbyen/Spitzbergen (Norwegen). Eigentlich hätte das letzte norwegische Kohlebergwerk Gruve 7 im kommenden Jahr schließen sollen. Longyearbyen sollte eine weniger klimaschädliche Energiequelle bekommen als das bisherige Kohlekraftwerk. Ohne den Abnehmer vor Ort wäre der Kohlebergbau aber unwirtschaftlich gewesen. Der hohe Preis für Kohle hat das geändert: Nun soll das Bergwerk noch bis 2025 weiter laufen – ein deutscher Abnehmer benötigt die Spitzbergen-Kohle für seine industriellen Prozesse. Darüber berichtete unter anderem High North News.

Seilbahn Kohle Spitzbergen

Historische Seilbahn für den Kohletransport, Longyearbyen, Spitzbergen. Foto: Marius Fiskum / www.fototopia.no

Das deutsche Chemieunternehmen Clariant kauft laut High North News seit 40 Jahren Kohle von Store Norske Spitsbergen Kullkompani.  Für den Einsatz in der Industrie wird hochwertige Kohle mit einem geringen Gehalt an Asche und Steinen benötigt. 

Im Kraftwerk Longyearbyen wird noch bis zum kommenden Jahr die etwas minderwertigere Sorte verfeuert.

Angesichts der hohen Kohlepreise wird der Weiterbetrieb von Gruve 7 allein für den Export wirtschaftlich. Nun soll alle Kohle verkauft werden, die mit der aktuellen Infrastruktur noch abzubauen ist.

Noch Fragezeichen um das Kohlekraftwerk

Store Norske gehört dem norwegischen Staat. In der Pressemitteilung der Regierung dazu heißt es, es herrsche eine große Unsicherheit über den Zugang zu Rohstoffen. Norwegen müsse seinen Anteil zur Versorgung leisten. Der Beschluss, noch weitere zwei Jahre Kohle zu exportieren, beeinflusse nicht die Energieumstellung vor Ort. .

Geplant war, dass das Kohlekraftwerk von Longyearbyen im Herbst 2023 schließt. Bis eine echte klimafreundliche Lösung gefunden ist, sollte die Energie für Longyearbyen mit Diesel erzeugt werden.

Entscheidung bis November

Doch auch die Dieselpreise sind gestiegen, und die alte Rechnung geht nicht mehr auf. Die Ortsverwaltung, Longyearbyen Lokalstyre, hat bereits einen „Bettelbrief“ für Zuschüsse für die Umstellung an die zuständige Ministerin geschrieben.  Ob die Ortsverwaltung unter diesen Bedingungen am Umstellungsplan festhalten will, ist aktuell unsicher. Longyearbyen könnte auch noch zwei Jahre weiter Kohle aus der Grube beziehen, die ja nun ohnehin weiter betrieben wird. Die Entscheidung dazu soll im November fallen. Store Norske hat aber zurzeit keine Probleme damit, Kunden zu finden, die diese Kohle kaufen wollen.

Ein weiteres Kohlekraftwerk gibt es in der russischen Siedlung auf Spitzbergen, in Barentsburg, wo ebenfalls Kohle abgebaut wird.

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