Wer will das ganze Jahr in einem Dorf auf den Färöer wohnen?

Färöer. Immer weniger Menschen leben das ganze Jahr über in kleinen, abseits gelegenen Orten auf den Färöer. Häuser stehen leer, werden als Sommerhäuser oder für Touristen genutzt. Damit Letzteres nicht überhand nimmt, gibt es seit kurzem ein Gesetz, das Ausländern erschwert, Immobilien auf den Färöer zu kaufen. Darüber berichtete Kvf.fo.

Mykines

Das einzige Dorf auf der Insel Mykines. Foto Jan Steffen

Nur noch 20 Prozent der Häuser im bei Touristen beliebten Gásadalur sind das ganze Jahr über bewohnt. Ähnliche Zahlen kommen aus Elduvík, Gjógv, Árnafjørður, Svínoy, Fugloy und Mikladalur. Dafür gibt es mehrere Gründe, die auch nicht einzigartig für die Färöer sind – kleine Orte in abgelegenen Gegenden haben es überall schwer. Besonders, wenn Wasser dazwischen liegt. Útoyggjafelagið, die Vereinigung der Äußeren Inseln, fordert schon lange bessere Verkehrsverbindungen das ganze Jahr über, um eine dauerhafte Existenz dort einfacher zu machen. Zu den „Útoyggjar“ zählen die kleinen Inseln Fugloy, Svínoy, Kalsoy, Mykines, Hestur, Koltur, Skúvoy und Stóra Dímun.

Touristen entdecken die Dörfer

Während viele Junge ihr Glück zunächst anderswo suchen, hat der Tourismus die Färöer entdeckt. Laut kvf.fo gibt es auch zahlreiche ausländische Interessenten, die sich gut ein Häuschen in einem ruhigen färöischen Örtchen vorstellen können – als Ferienhaus. Tourismus ist zwar durchaus willkommen, aber in Maßen. In der Vergangenheit gab es von Útoyggjafelagið auch die Kritik, der Tourismus sei zu zentralisiert, die kleinen Inseln hätten nichts davon. Außerdem möchte man ihn nicht als Konkurrent auf dem Immobilienmarkt. 

Immobilienkauf nur mit „Anknüpfung“ oder „Erlaubnis“

Tunnel Färöer

Färöer: Kreise: Brücken, Linien: fertige oder fast fertige Tunnel, gestrichelt: noch in Planung. Karte sel/stepmap

Im Dezember wurde deshalb ein Gesetz verabschiedet, das den Immobilienkauf auf den Färöer für alle ohne Anknüpfung an das Königreich Dänemark erschwert. Die aktuelle Gesetzgebung erlaubt nicht, dies allein auf die Färöer zu beschränken. Als Anknüpfung gilt, dass man mindestens fünf Jahre auf den Färöer oder in Dänemark gelebt haben muss. Wer eine solche Verbindung nicht vorweisen kann, muss einen Antrag auf Erlaubnis bei der Regierung stellen.

Zumindest auf Sandoy brechen bald neue Zeiten an: Zum Durchbruch für den 10.785 Meter langen Tunnel fehlten gestern nur noch fünf Meter.  Bis die Bewohner ihn nutzen können, wird es allerdings noch bis 2023 dauern. Der Tunnel nach Sandoy und der geplante Tunnel nach Suðuroy sollen die Abwanderung von diesen großen Inseln stoppen.

Mehr zu den Tunneln auf den Färöer:

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