Wegen britischer Virusmutation: Schweden schließt Grenze zu Norwegen

Norwegen/Schweden. Die britische Virusmutation sorgt im Norden für Furcht und neue Maßnahmen gegen die Verbreitung. In Norwegen sind inzwischen zahlreiche Kommunen in der Oslo-Region im Lockdown, seit im Vorort Nordre Follo 17 Fälle davon ohne erklärbare Herkunft entdeckt wurden. Schweden hat deshalb seit Mitternacht seine Grenze zu Norwegen geschlossen. Update 18 Uhr: Inzwischen sind 65 Fälle mit der Virusmutation in Nordre Follo identifiziert.

Oslo Tiger

Der Tiger von Oslo ist nicht gefährlich – es besteht aber die Befürchtung, dass sich in der Stadt auch die britische Virusvariante verbreitet.

Eigentlich waren die Infektionszahlen in Norwegen und auch in Oslo am Sinken. Doch der Ausbruch in einem Wohn- und Pflegeheim in Nordre Follo südöstlich von Oslo ließ Alarmstimmung aufkommen: Unter den Infizierten fanden sich auch solche, die die britische Virusvariante in sich trugen – und weder in Großbritannien gewesen waren noch solche Leute getroffen hatten. Insgesamt wurden in Nordre Follo bis heute 65 Fälle mit der britischen Variante entdeckt. Zwei Personen davon sind verstorben. Es ist unklar, wie das mutierte Virus nach Nordre Follo kam. Insgesamt hat Norwegen nun 82 Fälle, die von der britischen Variante B1.1.7 hervorgerufen wurden. Bisher handelte es sich dabei aber jeweils um Reisende oder deren Nahkontakte.

Geschlossene Läden und Einrichtungen bis 31. Januar

Um der neuen Variante Einhalt zu gebieten, hatte die norwegische Regierung schnell massive Maßnahmen bis zum 31. Januar erlassen, zuerst für Nordre Follo, Oslo und die Nachbarkommunen, dann in einem weiteren Umkreis. Dazu gehören die Schließung von Geschäften und Einrichtungen. Vinmonopolet, der staatliche Alkoholladen, wurde inzwischen wieder geöffnet, da es zu Schlangen in den offenen Geschäften der Randkommunen gekommen war. Norwegen will nun seine Analysekapazitäten ausweiten, um dem Virus besser auf die Spur zu kommen. Das Ziel ist unter anderem, zehn Prozent  der positiven Fälle komplett zu sequenzieren.

Keine Einreise nach Schweden aus Großbritannien, Dänemark und Norwegen

Auch in Schweden sank die Zahl der Neuinfizierten zuletzt, allerdings von einem hohen Niveau aus. Um die britische Virusmutation außen vor zu lassen, hat die Regierung ein vorübergehendes Einreiseverbot bis zum 14. Februar für Personen aus Norwegen verordnet. Ein ähnliches Verbot gilt bereits für Großbritannien und Dänemark. Nur noch mit Begründung und als Ausnahme dürfen Leute aus diesen Ländern nach Schweden einreisen, müssen sich testen lassen und in Quarantäne.

Ein Argument für den Einreisestopp aus Norwegen war, dass Norweger angesichts der Schließungen über die Grenze fahren könnten, um sich zu versorgen, und dabei das Virus mitbringen könnten.

Schweden könnte selbst viele unerkannte Fälle haben

In Schweden wurden bisher 55 Fälle der britischen Variante gefunden, davon fehlen in 16 Fällen die Erklärungen zu den Ansteckungswegen. Schweden hat allerdings fast doppelt so viele Einwohner. Es könne aber noch mehr von der britische Virusmutation geben – man wisse es nicht, so  Fachleute in den Medien. Auch Schweden will nun mehr analysieren, um die Kontrolle über das  Virus  zu behalten und jeweils zehn Prozent sequenzieren.

Finnland hatte erst vor Kurzem seine Einreiseregeln verschärft. Dort wurden bereits 86 Fälle der neuen britischen Variante gemeldet. Norwegen hat ebenfalls seine Einreisevorschriften verschärft, baut Teststationen auf und hat einige Grenzübergänge komplett geschlossen.

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