Ungesunde Eisbär-Diät: Giftstoffe und Plastik

Spitzbergen (Norwegen)/Russland. Ein Eisbär hat nicht viel Auswahl: Er muss das fressen, was er erbeuten kann. Und das ist immer mehr von Menschen geprägt. Neue Untersuchungen zeigen: Eisbären der Barentssee-Population tragen eine hohe Konzentration von Umweltgiften in sich – und in manchen Fällen auch Plastik.

Eisbär

Der König der Arktis nimmt mit seiner Nahrung viele Umweltgifte auf. Foto pixabay

So haben Forscher des norwegischen Institutes Akvaplan-niva und des norwegischen Polarforschungsinstitutes den Gesundheitszustand von Eisbären bei Spitzbergen untersucht und gegenüber NRK von ihren Ergebnissen berichtet. Zu den Umweltgiften, die in den Proben der Bären gefunden wurden, zählen DDT und Fluorverbindungen. Das Insektizid DDT ist zwar in vielen Ländern seit Jahrzehnten verboten – es hält sich jedoch in der Umwelt. Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen werden für viele Produkte verwendet und verteilen sich über Luft, Schnee und Wasser. Einige davon stehen im Verdacht, beim Menschen krebserregend zu sein. Bei Eisbären können Umweltgifte die Hormone verändern und auch ihre Fähigkeit, körpereigenes Fett in Energie umzusetzen, beeinträchtigen.

Eisbären stehen am Ende der Nahrungskette

Eisbären stehen am Ende der Nahrungskette: Zuerst werden die giftigen Stoffe von Plankton aufgenommen. Dieses wird von Fischen gefressen. Seehunde fressen den Fisch und der Eisbär den Seehund. Die Giftstoffe, die im Eis gebunden sind, werden frei, wenn das Eis schmilzt.

Es gebe aber große Unterschiede zwischen den Bären, haben die Forscher festgestellt: Solche, die viel wandern, sind in der Regel höher mit Giften belastet. Da sie sich mehr bewegen, benötigen sie auch mehr Nahrung und nehmen so noch mehr Gifte auf als ihre standorttreueren Kollegen.  Bei einer anderen Studie, die mehrere Institute für das Umweltministerium fertigten, zeigte sich, dass die Tiere am höchsten mit Fluorverbindungen belastet sind, die Fisch fressen, darunter auch der Eisbär.

Im Notfall auch Müll – und Plastik

Weil das notwendige Eis für die Robbenjagd bekanntlich immer später kommt und kürzer hält, machen sich Eisbären häufiger auch über Müllkippen auf Siedlungen her. Sehr bekannt wurden ein Fall vergangenes Jahr in Nowaja Semlja, wo es mehr als 50 Tiere waren. Diese Art Ernährung ist erst recht nicht gesund: Dabei fräßen die Tiere auch Plastik mit, warnte gerade der Vize-Direktor des Nationalparks Russische Arktis bei einer Veranstaltung in Murmansk. Bis zu 25 Prozent des Magens und entsprechend die Exkremente bestünden aus Plastik, zitieren ihn Interfax und die Moscow Times.

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