Northvolt-Batteriefabrik in Skellefteå kann starten

Skellefteå (Schweden). Jetzt können die Bagger kommen. Das Unternehmen Northvolt hat Finanzierungszusagen von einer Milliarde Dollar für die geplante Batteriefabrik im nordschwedischen Skellefteå erhalten. Das reicht für die erste Etappe, die halbe Anlage. Die Batterien sind für Elektroautos bestimmt. Zu den Investoren gehören auch VW und BMW.

Northvolt

So soll der erste Bauabschnitt von Northvolt in Skellefteå aussehen. Quelle Northvolt

Für Northvolts Co-Gründer Peter Carlsson ist dies nicht nur ein Meilenstein für das Unternehmen, sondern für Europa. Damit werde gezeigt, dass man bei der anstehenden Welle der Elektrifizierung mitspiele, und dass man dies mit Batterien tue, die die geringstmögliche CO2-Bilanz aufwiesen, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Ansage bezieht sich darauf, dass es bisher vor allem asiatische Hersteller sind, die die Batterien für Elektroautos liefern. Die südkoreanische LG Chem errichtete vor kurzem sogar ein Werk in Polen. Schneller als Northvolt war die deutsche  Akasol, die Batterien für Nutzfahrzeuge in Langen und Dortmund produzieren.

Verläuft der Elektroauto-Boom wie erhofft, wird es keinen Mangel an Aufträgen geben. Die erste Hälfte der Fabrik soll eine Batteriekapazität von 16 Gigawattstunden schaffen und 1500 Menschen beschäftigen. Für einen Ort wie Skellefteå und die ganze Region ist das eine große Zahl. Die Umweltgenehmigung für die erste Hälfte liegt bereits vor. Die riesige Menge Energie, die dafür benötigt wird, soll aus den Wasser- und Windkraftwerken kommen. Das Recycling der Batterien ist bei der Konstruktion der Fabrik mit eingeplant. Northvolts Forschungslabor in Västerås läuft bereits. 2021 soll die Produktion in Skellefteå starten.

VW plant Joint Venture mit Northvolt für Fabrik in Niedersachsen

VW investiert insgesamt 900 Millionen Euro in Batterieaktivitäten mit Northvolt und soll 20 Prozent der Firmenanteile erhalten sowie einen Sitz im Aufsichtsrat. Nur ein Teil des Geldes geht in die Fabrik in Skellefteå. Der andere Teil ist für ein geplantes Joint Venture zum Aufbau einer 16-Gigawattstunden-Batteriezellfertigung in Salzgitter, Niedersachsen, vorgesehen.

Eine Batterie, die mit Hilfe von Wasser- und Windkraft erzeugt wird, dürfte tatsächlich eine deutlich bessere CO2-Bilanz aufweisen als eine mit Kohlekraft. Um wieviel klimafreundlicher ein Elektroauto nun tatsächlich ist, verglichen mit Benzinern oder Dieseln, darüber gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Studien.

Das Elektroauto und das Metall-Problem

Der schwedische Journalist und Autor Arne Müller machte in seinem jüngst veröffentlichten Buch „Elbilen och jakten på metallerna“ („Das Elektroauto und die Jagd nach den Metallen“, bisher nur auf Schwedisch) auf einen in Deutschland seltener diskutieren Aspekt aufmerksam: den Metallbedarf. Müller hatte zuvor bereits zu Umweltschäden durch Bergwerke recherchiert, die selbst in Schweden vorkommen. Und mit dem Blick auf die seltenen Metalle, die für Elektroauto-Batterien benötigt werden, kommt er zu dem Schluss, dass es nicht funktionieren wird, wenn jeder künftig Elektroauto fahren will und sich sonst nichts ändert.  Arne Müller plädiert für einen sparsamen Metallverbrauch, besseres Recycling und einer Organisation des Verkehrs, die die Mehrzahl der Autos überflüssig macht:  „Wir können in Zukunft nicht so viele Autos haben und so viel Energie verbrauchen wie heute – und wir können uns erst recht keinen Zuwachs leisten.“

Ein Interview auf Deutsch mit Arne Müller finden Sie hier:  Warum Tesla die Welt nicht retten wird

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