Für Elektroautos: Batteriefabrik nach Mo i Rana?

Norwegen. Elektroautos sollen helfen, das Klima zu retten – und dafür braucht es Batterien. Bisher werden diese hauptsächlich in Asien produziert. Das könnte sich ändern: Gestern stellte sich das  Projekt Freyr vor, das Batterien im norwegischen Mo i Rana bauen will. Dazu gehört auch eine Energieproduktion mit Windkraft. Darüber berichteten NRK und High North News.

Elektroauto

Tanken mit Strom. Foto: Mikes Photos, pixabay

In Norwegen boomen Elektroautos, nicht zuletzt dank Steuerersparnis und Vorteilen beim ungeliebten „bompenger“ (Gebührenpflicht bei Brücken und Tunneln). Im März war erstmals mehr als die Hälfte aller verkauften Neuwagen einer, der mit Strom fährt.  Der frühere Direktor von Norsk Hydro, Torstein Dale Sjøtveit, und Geschäftspartner Tore Ivar Slettemoen gehen davon aus, dass Autohersteller und Kunden in ganz Europa stärker auf das Elektroauto setzen werden – und dann brauchen sie Batterien. Bereits jetzt sei die Nachfrage stark. Mit einem Großprojekt namens „Freyr“ in Mo i Rana, nahe des Polarkreises, wollen sie in das Geschäft einsteigen. Rund 2500 Arbeitsplätze könnte dadurch entstehen. In vollem Betrieb sollen Batteriezellen für 500 000 Elektroautos jährlich entstehen, eine Werkskapazität von 32 Gigawattstunden.

Wichtig für das Vorhaben ist, dass die Energie dafür aus erneuerbaren Quellen kommt. Neben den hohen Transportkosten für das Produkt wäre dies ein zweiter Umweltvorteil gegenüber den heutigen Herstellern. Zum Gesamtkonzept gehört  deshalb auch ein 600-Megawatt-Windpark auf dem nahen Sjonfjellet. Es könnte eins der größten norwegischen Industrieprojekte an Land werden. Voraussichtlich werden umgerechnet 4,1 Milliarden Euro dafür benötigt.

In Skellefteå, Schweden, entsteht bereits eine Batteriefabrik

Northvolt

So soll die Anlage von Northvolt in Skellefteå aussehen. Grafik Northvolt

Die Männer hinter Freyr sind nicht die ersten im Norden: Im nordschwedischen Skellefteå beginnt demnächst der Bau der Fabrik von Northvolt, Ende 2020 soll dort bereits die Produktion beginnen. Ziel sind ebenfalls Batteriezellen von ingesamt 32 Gwh. Dahinter steckt der ehemalige Tesla-Mitarbeiter Peter Carlsson. Northvolt will dort die „grünsten“ Lithium-Ionen-Batteriezellen herstellen. Eine eigene Forschungsabteilung wird außerdem gerade in Västerås eingerichtet. Gemeinsam mit VW leitet Northvolt die „European Battery Union“ zur Batterieforschung. Für das norwegische Projekt ist dies jedoch kein Hindernis: Der erwartete Markt reicht für beide. Allein Volkswagen benötige für sein Elektroauto-Programm in Zukunft fünf solcher Fabriken, zitiert NRK  Torstein Dale Sjøtveit.

So weit wie Northvolt ist Freyr noch nicht. Unter anderem werden noch Investoren gesucht.  Der Bau der Fabrik selbst scheint in Mo i Rana durchaus willkommen zu sein, noch steht der genaue Ort nicht fest. Schwieriger wird es mit dem Windpark: High North News erinnert daran, dass 2013 ein solcher Plan auf dem Sjonfjellet abgelehnt wurde. Eine direkte Versorgung ist allerdings auch nicht geplant. Der Windpark soll lediglich Energie in der Menge erzeugen, die gebraucht wird. Dank der Wasserkraftwerke gibt es in Norwegen bereits viel Strom aus nachhaltiger Quelle.

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Europas größte Batteriefabrik soll nach Skellefteå

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