Leuchtturm-Wartung auf Island: Abenteuerlicher Arbeitsalltag

Island. Mehr als 100 Leuchttürme stehen an Islands Küste. Nicht alle davon sind für die Wartung so gut zugänglich wie das neueste Exemplar direkt an Reykjavíks Hauptstraße. Elektriker Guðmundur Jón Björgvinsson filmte seine Einsätze zuletzt mit einer Helmkamera – das Video zeigt einen ziemlich abenteuerlichen Arbeitsalltag.

Leuchttürme

Die Leuchttürme von Garðskagaviti sind leicht zugänglich. Rechts der neue, aktive, links hinten das alte Modell.

Eigentlich, so berichtet Guðmundur in der Pressemitteilung der isländischen Straßenbaubehörde (Vegagerðin), habe er die Aufnahmen gemacht, um einem neuen Mitarbeiter zeigen zu können, was auf ihn zukäme. Auch den anderen Kollegen hätte er gerne gezeigt, womit er und sein Team es eigentlich zu tun haben.  Er investierte in eine GoPro und befestigte sie an seinem Helm. Aus den Aufnahmen schnitt er ein elfminütiges Video, das nun die spannendsten Szenen zeigt. Oft sind die Orte nur per Boot erreichbar. Und für die Leuchttürme Geirfuglasker und Þrídrangar mussten sich die Elektriker vom Helikopter abseilen.

Leuchttürme sind auch heute noch wichtig

In der Vergangenheit hat die felsige isländische Küste in Zusammenarbeit mit schlechtem Wetter, schlechten Karten und fehleranfälligen Navigationsmethoden viele Opfer gefordert. Heute verfügen zwar praktisch alle Schiffe über GPS und die Zahl der Unfälle wegen mangelnder Orientierung sind nur noch sehr selten. Trotzdem gelten Lichtzeichen nach wie vor als ein wichtiges Element der Sicherheit auf See. Heutige Leuchttürme brauchen keine Wärter mehr und arbeiten automatisch. Umso wichtiger ist die regelmäßige Wartung. Dabei werden Birnen ausgetauscht und der Zustand der Batterien geprüft. Viele laufen heute mit Solarenergie.

Leuchtturm

Der neue Leuchtturm in Reykjavík an der Sæbraut. Foto  Markus Trienke, CC BY-SA 2.0

Das Video von Guðmundur Jón Björgvinsson zeigt nun, wie aufwendig es an manchen Stellen ist, diese Wartung durchzuführen. Das Video sei nicht ganz realistisch, schränkt Guðmundur ein: Das Wetter sei meist nicht so gut. Etwas mühsam werde demnächst auch der Austausche der Batterien bei zwei Leuchttürmen. Jeder habe 15, und eine wiege 23 Kilogramm.

Ohne Boot und Hubschrauber ist der neue Leuchtturm in Reykjavík erreichbar, wo Guðmundur und die Kollegen nun das Licht einsetzten. Das neue Leuchtfeuer, das Signale zur Ansteuerung des Hafens Reykjavík gibt, ersetzt das im Turm der früheren Seemannsschule. Die Hochhäuser, die davor gebaut wurden, verdecken seinen Lichtstrahl teilweise, damit ist es sinnlos geworden. Der neue Leuchtturm ist bereits ein beliebtes Ziel für Touristen geworden.

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Das ist das Guðmundurs Video:

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