Eiswürfel vom Svartisen-Gletscher: Abbau nicht genehmigt

Meløy (Norwegen). Die High Society der globalen Elite wird ihre Drinks auch in Zukunft ohne Eiswürfel vom Svartisen-Gletscher schlürfen müssen. Die Kommune Meløy erteilte dem Vorhaben keine dauerhafte Genehmigung. Der Unternehmer zeigte sich enttäuscht. Darüber berichtete NRK.

Karte Svartisen

Grenzen des Svartisen-Saltjellet Nationalpark (weiß). Der rote Kreis zeigt, wo das Eis abgebaut werden sollte. Die Stelle befindet sich außerhalb des Nationalparks. Karte mit Hilfe von stepmap.

Die Idee von SVAICE war, Eis aus der Zone abzubauen, die in den See Storglomvatten mündet und ohnehin bald schmelzen würde. Diese Stelle liegt etwas außerhalb des Nationalparks Svartisen-Saltfjellet. Der Gründer hatte stets damit geworben, dass dabei keine schädlichen Rückstände hinterlassen würden und es sich um ein nachhaltiges Produkt handeln würde. Das sahen Umweltorganisationen,  ein Teil der Bevölkerung sowie eine Reihe Lokalpolitiker ganz anders. Die Eiswürfel würden schließlich mit Hubschrauber und Flugzeug an ihr Endziel transportiert. Die symbolische Wirkung des Eisabbaus von einem ohnehin schrumpfenden Gletscher zu Gewinnzwecken dürfte zur Ablehnung beigetragen haben. Anwohner und Wanderer störten sich außerdem am Lärm, der in dem beliebten Ausflugsgebiet durch den Abbau entstanden wäre.

Kommune will das gesamte Gebiet überplanen

Die Kommune Meløy stand dem Vorhaben mehrheitlich zunächst durchaus positiv gegenüber, da dadurch auch Arbeitsplätze geschaffen würden, und hatte auch einen Probebetrieb genehmigt.

Svartisen

Storglomvatnet und Svartisen. Foto Victor Engmark, CC BY-NC-SA 2.0

Neben dem Widerspuch aus der Öffentlichkeit und teilweise auch aus der Fylkeskommune gab es jedoch planungsrechliche Probleme: Für eine dauerhafte Zulassung wäre eine Ausnahmegenehmigung notwendig gewesen. Die Mehrheit entschied sich deshalb, den Antrag abzulehnen. Es kann aber sein, dass das Thema noch einmal auf den Tisch kommt. Die Kommune will jetzt nämlich das ganze Gebiet neu überplanen und dabei auch den möglichen Abbau von Eis oder Mineralien prüfen. Dies dürfe aber nur auf nachhaltige Weise geschehen, so der Bürgermeister zu NRK.

Viele, die von den Plänen am Svartisen hörten, fühlten sich an Maja Lundes Buch „Die Geschichte des Wassers“ erinnert (norwegischer Originaltitel: „Blå“). Tatsächlich war die Autorin bei der Recherche zu diesem Buch bereits auf diese Pläne  gestoßen. „Es hörte sich an, als hätte sich das ein Schriftsteller ausgedacht, um zu zeigen, auf wie viele merkwürdige Methoden wir Menschen die Natur ausnutzen“, sagte sie zu NRK. Nun bleibt es bei der Fiktion – zumindest vorerst.

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