Kirunas Kirche soll als Ganzes umziehen

Kiruna (Schweden). Ganze Häuser umziehen – das ist in Kiruna nichts Besonderes mehr. Aber was wird aus der Kirche? Auch diese kann und soll als Ganzes umziehen, so der neueste Plan. Darüber berichtete SVT.

Kiruna Kyrka

Kiruna Kyrka

Kirunas Kirche wurde von Gustav Wickman gezeichnet und zwischen 1909 und 1912 erbaut. Der Auftrag kam vom ersten Disponenten von LKAB in Kiruna, Hjalmar Lundbohm. Es ist überliefert, dass er die Anweisung gab, sie möge einer samischen Kote ähneln. Die rote Kirche ist eine Landmarke und eines von Schwedens größten Holzbauwerken. Wegen ihrer Größe war es unsicher, ob sie als Ganzes umgezogen werden kann – doch nun meldet SVT, dass es möglich sein soll. Wie die anderen Häuser soll sie auf einen Hänger geladen und ins neue Zentrum transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür werden voraussichtlich zwei Jahre dauern, der Umzug selber nur eine Stunde, so der Projektleiter gegenüber SVT.

Auch Urnenplätze müssen umziehen

Kiruna Kyrka Klocktorn

Der Glockenturm der Kirche steht separat.

In Kiruna werden Häuser umgezogen oder abgerissen, weil die Schäden durch mehr als 100 Jahre Erzbergbau sich immer weiter Richtung Stadt ausbreiten. Das alte Rathaus wurde bereits im vergangenen Jahr abgerissen. Vor kurzem wurde die neue Trasse der E10 eingeweiht, die alte ist schon seit dem Frühjahr gesperrt. Die Kirche steht weiter entfernt und noch einige Jahre sicher. 2025 soll nach jetzigem Stand mit den Vorbereitungen begonnen werden. Sie wäre das größte Gebäude in Kiruna, das als Ganzes umgezogen wird. Der Glockenturm steht ohnehin abseits des Hauptgebäudes. Während der Umzug der Kirche ins neue Zentrum ein rein bauliches Problem ist, muss auch eine würdige Lösung für die etwa 3000 Urnenplätze des benachbarten Kolumbariums gefunden werden. Denn die Grabruhe darf nur im Ausnahmefall gestört werden. Der eigentliche Friedhof von Kiruna befindet sich aber im Osten der Stadt und ist ungefährdet.

Produktion in Kiruna-Grube weiter reduziert

Bezahlen muss den Umzug nach dem Verursacherprinzip der staatliche Bergbauriese LKAB. Das Unternehmen konnte im dritten Quartal erneut ein gutes Ergebnis vorweisen, obwohl die Produktion nach dem Bergrutsch in der Grube weiterhin nur 70-80 Prozent des früheren Wertes beträgt. Das Ereignis hatte zum stärksten Beben in der Geschichte der Grube geführt. Die Schäden sind immer noch nicht komplett beseitigt. Als eine Ursache dafür wurde inzwischen der Einsturz einer Wand zwischen zwei Sturzschächten identifiziert. Dort hatte es größere Spannungen im Berg gegeben.

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