Bergbauschäden in Kiruna: Alte E10 wird früher gesperrt

Kiruna (Schweden). Die Bergbauschäden in Kiruna schreiten offenbar schneller fort als erwartet. Die Verkehrsbehörde erklärte nun, dass die alte E 10 bereits am 20. April stillgelegt werde. Die neue E10 wird erst im Herbst fertig. So lange soll der Verkehr durch die Stadt geleitet werden.

Alte E10 Kiruna

Nur noch bis zum 20. April darf die alte E10 in Kiruna befahren werden.

Die alte E10 in Kiruna verläuft teilweise nahe der bereits gesperrten Deformationszone, die Gebäude zu beiden Seiten dort sind bereits abgerissen. Die Bodenbewegungen werden ständig kontrolliert. Die Behörde geht davon aus, dass die Bewegungen stärker werden, wenn der Frost aus dem Boden weicht, und befürchtet, dass die Straße dann unbefahrbar wird. Aus Sicherheitsgründen soll der betroffene Abschnitt ab dem 20. April gesperrt werden. Der Durchgangsverkehr wird dann durch die Innenstadt geleitet, bis die neue E10 fertig ist.

Neue E10- Trasse soll im Herbst fertig sein

Neue E10 Kiruna

Neue E10 in Kiruna am Fuß des Luossavaara, September 2019

An der neue Trasse wird seit zwei Jahren gebaut. Sie führt nördlich an Kiruna vorbei und durchschneidet damit ein Gebiet, das bisher für die Naherholung genutzt wurde. Skispuren wurden verlegt, Brücken und Unterführungen sollen dafür sorgen, dass das Gebiet auch weiterhin nutzbar ist. Ein Abschnitt ist bereits fertig, im Oktober 2020 soll der Verkehr über die neue Trasse geführt werden können. Ursprünglich ging man davon aus, die alte noch so lange nutzen zu können. Dies erscheint offenbar nun zu riskant. Damit der Schwerverkehr auf der Umleitung durch die Stadt keine Probleme bekommt, werden unter anderem Verkehrsinsel entfernt.

Das neue Zentrum wächst

Kirunas Stadtzentrum muss umziehen, da der Boden darunter aufgrund der Bergbauschäden unsicher wird. Das alte Rathaus wurde im vergangenen Sommer abgerissen. Das neue Zentrum entsteht weiter östlich. Neben dem bereits genutzten neuen Rathaus wachsen zurzeit eine Reihe anderer Gebäude, darunter das neue Kulturhaus. Gerade wurde außerdem eine weitere Vereinbarung zwischen der Bergbaufirma LKAB und der örtlichen Wohnungsgesellschaft geschlossen, in der es um Ersatzwohnungen für die im heutigen Zentrum geht. LKAB muss als Verursacher der Schäden den Ersatz finanzieren.

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