Kiruna: Forschungsrakete Spider 2 startet mitten ins Nordlicht

Kiruna (Schweden). Das lange Warten hat sich gelohnt: Kurz nach Mitternacht startete gestern die Rakete Spider 2 von der Basis Esrange in Kiruna mitten ins Nordlicht. Messinstrumente sammelten Daten in der Höhe und kamen mit Fallschirmen zurück.

Spider 2

Start der Spider 2-Rakete in Esrange am 20.2. kurz nach Mitternacht. Foto Marcus Lindh/SSC

Ursprünglich sollte die Rakete schon früher starten, doch die Bedingungen passten nie. Es sollte Nordlicht sein, also klares Wetter, nicht vom Vollmond überstrahlt und nicht zu windig. Um 0.14 Uhr hob die Spider 2 ab, wie die Swedish Space Corporation (SSC) meldet. Die einstufige Rakete erreichte eine Höhe von etwa 120 Kilometern und kehrte dann zur Erde zurück. Zwölf Messinstrumente wurden unterwegs ausgesetzt, acht zur Erforschung des Polarlichts und vier zur Erforschung der Atmosphäre. An allen Einheiten öffneten sich die Fallschirme. Sie senden automatisch ihre Position, sodass sie anschließend vom Team wieder eingesammelt werden können. Auch im vorderen Teil der Rakete befanden sich Messinstrumente. Das Raketenschießfeld von Esrange befindet sich im äußersten Norden Schwedens. Dort gibt es weder Straßen noch Siedlungen. Raketenstarts werden öffentlich bekannt gemacht, dann darf sich dort niemand aufhalten.

Rätselhafte Zone zwischen Atmosphäre und All

Was die Forscher dabei interessiert, sind die sehr speziellen Bedingungen dort, wo die Atmosphäre in den Weltraum übergeht, und die Wechselwirkungen, die dort stattfinden. Dazu gehört auch das Polarlicht-Phänomen, das es auch auf anderen Planeten und sogar auf Monden gibt. Raketen seien die einzige Methode, in diese Höhe zu kommen, erläutert Rymdbloggen, der Blog des schwedischen Weltrauminstituts (Rymdstyrelsen). Forschungsballons kämen nicht so hoch, für Satelliten sei es wiederum zu tief. Der Forschungsleiter des Projekts, Nickolay Ivchenko von der Technischen Hochschule in Stockholm (KTH) nennt die Zone um die 100 Kilometer Höhe deshalb eines der am wenigsten erforschten Gebiete. Zu den Beteiligten an diesem Projekt gehören auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik in Rostock.

Wie viele Rätsel diese Zone noch birgt, zeigte sich erst vor kurzem, als finnische Nordlicht-Hobbyfotografen eine bisher unbekannte Form entdeckten: Hobbyfotografen entdecken Polarlicht in Dünenform

Auch in Norwegen wird an Himmelsphänomenen geforscht:Zwischen Nordlicht und Sauerstoff-Leck: Vier Raketen sammeln Daten

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