Herkunft des norwegischen Wolfes endgültig geklärt

Norwegen. Woher kommt der norwegische Wolf? Diese scheinbar einfache Frage ist mit einer umfangreichen genetischen Untersuchung unter Leitung des norwegischen NTNU Vitenskapsmuseet nun (erneut) abschließend geklärt worden: Der heutige norwegisch-schwedische Wolfsbestand ist aus Finnland eingewandert. Dass diese Untersuchung überhaupt nötig war, ist eine Geschichte für sich. Darüber berichtete NRK.

Wolf

Wolf im Zoo, Bardu, Norwegen. Foto Mas3cf/Wikimedia, CC BY-SA 4.o

Der frühere norwegisch-schwedische Wolfsbestand wurde durch die Jagd ausgerottet. Als der Wolf in Schweden 1966 und in Norwegen 1973 unter Schutz gestellt wurde, war es zu spät. 1983 wurde allerdings wieder ein Wolfspaar gesichtet, und heute gibt es etwa 480 Wölfe insgesamt in den beiden Ländern. Dieser Bestand beruht auf einigen wenigen aus Finnland eingewanderten Tieren und ist deshalb von Inzucht geprägt. Die neue Untersuchung, die 1309 Genproben analysierte, bestätigt das.

Angesiedelt von Öko-Aktivisten?

Es gab aber offenbar auch andere Theorien, wie der Wolf es wieder nach Schweden und vor allem Norwegen geschafft haben könnte. Öko-Aktivisten könnten Zootiere ausgesetzt haben, es könnte sich auch um Wolf-Hund-Hybride handeln. Für Jäger und Landwirte ist der Wolf ein unpraktischer Zeitgenosse, erst vor kurzem wurde wieder ein Jagdhund von einem Wolf gerissen. Es gab und gibt Stimmen, die den Wolfsbestand in Norwegen gerne sehr viel kleiner hätten. Wenn seine Existenz dort auch noch auf dubiosem Wege zustande gekommen wäre, wäre dies ein Argument für noch mehr Abschüsse gewesen. Die norwegische Regierung veranlasste deshalb 2016 eine umfassende unabhängige Untersuchung, um diese Frage so umfassend zu klären, wie es eben geht.

34 Wissenschaftler und 1309 DNA- Proben

34 Wissenschaftler und Institutionen in Europa und Asien waren darin eingebunden. 1309 DNA-Proben wurden komplett sequenziert, darunter 99 historische Proben und 95 von verschiedenen Hunderassen. Um letztlich das zu bestätigen, was die meisten Wolfsforscher vorher auch schon sagten: Der neue Bestand beruht auf Einwanderung aus Finnland. Am ähnlichsten ist er genetisch den Wölfen im Südwesten Finnlands.

Neue Erkenntnisse gab es aber auch: Der norwegisch-schwedische Wolfsbestand gehört im internationalen Vergleich zu denen mit dem geringsten Anteil an Hundemischlingen. Und: In den schwedischen und finnischen Zoos gibt es Wölfe, die genetisch tatsächlich noch auf den alten schwedisch-norwegischen Bestand zurückgehen.

Diesjährige Jagd auf Wölfe hat begonnen

Im Übrigen begann gestern in Norwegen die Jagd auf Wölfe außerhalb der Wolfszone. 26 Tiere sollen geschossen werden. mehrere Naturschutzverbände hatten vergeblich dagegen geklagt. Eine Entscheidung über die Wölfe in der Wolfszone, ein Streifen entlang der Grenze zu Schweden von Trysil bis Halden, ist noch nicht gefallen. Etwa drei Viertel des gemeinsamen Wolfsbestandes leben auf der schwedischen Seite.

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