Grönland: Infozentrum für den Ilulissat Eisfjord wird gebaut

Ilulissat (Grönland). Der Gletscher Sermeq Kujalleq kalbt direkt ins Meer und füllt den Ilulissat Icefjord mit davontreibenden Eisbergen. Diese spektakuläre Szenerie brachte der Region in Grönland 2004 die Aufnahme als Welterbe bei der Unesco ein. Im neuen Eisfjord Informationszentrum sollen Besucher noch mehr Informationen bekommen – und eine besonders gute Aussicht auf die weißen Riesen.

Ilulissat Eisfjord

Am Ilulissat Eisfjord. Foto Thomas Christiansen

Jeder Gletscher bewegt sich durch den Druck seiner Masse. Sermeq Kujalleq ist einer der schnellsten und aktivsten – er produziert zehn Prozent aller grönländischen Eisberge und mehr als jeder andere außerhalb der Antarktis. Dass der Gletscher so ein Tempo vorlegt, liegt zum einen an seinem großen Einzugsgebiet und der Form des Gebirges darunter auf dem Weg zum Meer – die Massen müssen sich durch eine enge Schlucht pressen. In den letzten zehn Jahren hat sich seine Fließgeschwindigkeit allerdings noch verdoppelt: Inzwischen schafft er 40 Meter in 24 Stunden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die wärmeren Temperaturen dazu beitragen, dass er nun noch schneller gleitet.

Eine weitere Besonderheit, die den Ilulissat Icefjord (grönländisch Kangia) für Besucher so attraktiv macht: Wo der Fjord in die Disko-Bucht mündet, befindet sich unter Wasser eine Barriere, Isfjordsbanken. Große Eisberge, die bekanntlich unter Wasser noch viel größer sind, laufen dort zunächst auf Grund und kommen erst weiter, wenn sie weit genug abgeschmolzen sind. Ein sehr informatives Video zu Gletscher und Fjord findet sich bei kangia.gl – größtenteils auch ohne Dänischkenntnisse anhand der Bilder und Grafiken verständlich.

Infozentrum soll 2021 fertig sein

Ilulissat Isfjordscenter

Ilulissat Isfjordscenter. Quelle: Dorte Mandrup Arkitekter/MIR

Hinter dem neuen Eisfjord-Zentrum stehen die grönländische Regierung, die Kommune Avannaata und die Realdania-Baugesellschaft. Der Bauauftrag wurde gerade vergeben. Neben dem harten Klima ist auch das Gebäude selbst eine bautechnische Herausforderung: Es besteht größtenteils aus geschwungenen Formen und hat ein begehbares Dach. Entworfen hat es das dänische Architekturbüro Dorte Mandrup und damit den internationalen Wettbewerb gewonnen. 2019 soll der Bau beginnen und 2021 fertiggestellt sein. Die Ausstellung darin, die sich mit Grönlands Eis, der Geschichte der Region, aber auch mit dem Klimawandel beschäftigen wird, wird finanziert vom Nordea-Fond.

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Video über den Ilulissat Eisfjord:

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