Drittes UNESCO-Welterbe in Grönland

Grönland. Aasivissuit – Nipisat, seit 4500 Jahren von den Inuit als Jagdgebiet genutzt, ist von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt worden. Das Gebiet erstreckt sich von der Westküste bei Sisimiut bis ins Inlandeis bei Kangerlussuaq und darüber hinaus. Es ist Grönlands drittes Welterbe – auf der Liste stehen bereits der Eisfjord in Ilulissat und die spezielle Agrarlandschaft Südgrönlands (Kujataa).

Inlandseis

Inlandeis bei Kangerlussuaq. Foto Thomas Christiansen

„Es handelt sich um eine einzigartige Kulturlandschaft vom Inlandeis über die großen Rentierjagdgebiete im Inland zu den Fjorden und weiter zu den Inseln mit den vielen prähistorischen Siedlungen“ heißt es  auf der Internetseite der Kommune Qeqqata, die den Antrag gemeinsam mit der grönländischen Regierung und dänischen Fachbehörden ausgearbeitet hat. Die Kulturdenkmäler dokumentierten 4500 Jahre Inuitgeschichte in Westgrönland. Die UNESCO bescheinigt dem Gebiet in der Pressemitteilung: „Es legt Zeugnis ab über die Widerstandsfähigkeit der menschlichen Kulturen der Region und ihrer Tradition der saisonalen Wanderungen“. Insgesamt sind sieben Orte als besonders wichtig und aufschlussreich identifiziert worden.

Aasivissuit – Nipisat

Fläche des neuen UNESCO-Gebietes Aasivissuit – Nipisat (nicht detailgetreu). Karte auf Basis von stepmap.

Die Aufnahme auf die Welterbeliste versetzt das Gebiet nicht in den Museumsstatus. Das Gebiet werde bis heute für die Jagd genutzt, auch die alten Zeltplätze werden verwendet, schreiben Sermitsiaq und KNR. Dies darf auch weiterhin geschehen. Ausgeschlossen ist allerdings eine Nutzung wie Rohstoffabbau, da die Kulturlandschaft dadurch vermutlich zerstört würde, so die Kommune.

Das Prädikat soll natürlich auch genutzt werden, um mehr Besucher in die Gegend zu locken. Im Gegensatz zum Eisfjord falle das Besondere an dem Gebiet nicht sofort ins Auge, heißt es  bei der Kommune. Man müsse die Gäste deshalb stärker durch kombinierte Natur- und Kulturangebote werben.

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