Grenzen im Norden: Ein Flickenteppich aus Regeln

Finnland/Norwegen/Schweden. Jahrzehntelang waren Grenzen im Norden im Alltag praktisch nicht existent. Seit Corona ist dies anders – und insbesondere Finnland und Norwegen handhaben dies sehr restriktiv. Ein Überblick über die aktuellen Regeln und Ausnahmen. Angesichts der aktuellen Corona-Lage darf man annehmen, dass diese noch eine Weile in Kraft sein werden.

Grenzzaun

Haparanda-Tornio: Damit die Leute sich beim Schwatz über die Grenze nicht zu nahe kommen, wurden zusätzliche Abstandsmarkierungen angebracht.

Nach Finnland dürfen ab heute nur noch Touristen aus sehr wenigen Ländern einreisen. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind ebenso auf der roten Liste wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Island. Die Grenze liegt bei einer 14-Tage-Inzidenz von 8-10 neuen Fällen pro 100 000 Einwohner. Ausnahmen gibt es aus familiären oder beruflichen Gründen. Für die Grenzregionen zu Schweden und Norwegen wurde jetzt eine neue Regelung festgelegt: Schweden und Norweger aus Grenzorten dürfen nach Finnland und Finnen aus Grenzorten brauchen nicht in Quarantäne, wenn sie für eine Angelegenheit „auf die andere Seite“ gefahren sind. Dies ist eine große Erleichterung für das Torne-Tal, insbesondere Haparanda und Tornio, aber auch für die norwegischen Grenzkommunen. Was als „Grenzbereich“ gilt, wurde nun offiziell festgelegt. Åland fordert nun eine ähnliche Regelung für den Grenzverkehr mit Schweden. Finnland gehört zu den wenigen Ländern in Europa, die weiterhin eine 14-Tage Inzidenz im einstelligen Bereich haben.

Norwegen hat Touristen aus der Schweiz und Österreich schon die rote Karte gezeigt. In den Medien wird darüber spekuliert, dass auch Deutschland bald „rot“ sein könnte. Norwegen zieht die Grenze bei einer 14-Tage-Inzidenz von 20 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner. Laut ECDC lag Deutschland gestern bei 19,6. Die Änderung wird jeweils einige Tage vorher angekündigt und tritt in der Nacht zu Samstag in Kraft.Wer eine Reise plant, findet die Infos beim Folkhelsesinstitutt (auch in Englisch).

Bjørnfjell-Riksgränsen

Grenze Bjørnfjell-Riksgränsen an der E10 – jetzt für Schweden aus Norrbotten wieder passierbar, aber nicht für Stockholmer.

Die nordischen Nachbarn genießen eine Sonderbehandlung: Hier werden die Regionen einzeln betrachtet. Um den eigenen Bürgern keine falsche Sicherheit zu vermitteln, werden die „erlaubten“ Länder und Regionen nicht mehr grün, sondern gelb dargestellt. Zurzeit sind unter anderem die beiden nördlichsten schwedischen Regionen Norrbotten und Västerbotten gelb, die auch direkt an Norwegen anschließen. Einwohner dieser Regionen dürfen nach Norwegen einreisen. Sobald die Fallzahlen nach oben gehen, werden die Regionen wieder „rot“: Rückkehrende Norweger müssen in Quarantäne, andere Staatsbürger kommen nicht mehr über die Grenze. Norwegen hat inzwischen auch einige Regionen in Dänemark auf die rote Liste gesetzt. In Norwegen ist Oslo mit Abstand am meisten betroffen (Inzidenz Woche 32/33 32,9/100 000), Nordnorwegen nur wenig.

Schweden lässt nach wie vor EU/EFTA-Bürger einreisen, erwartet aber, dass diese sich ebenfalls an die Abstands- und Hygieneregeln halten. Während die nördlichen Regionen zurzeit vergleichsweise wenige neue Fälle haben, hat die Reisezeit zu vermehrten Infektionen in den Urlaubsorten geführt, beispielsweise auf Gotland und in einigen Orten an der Westküste.

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