Elche an der Küste und im Fjäll empfindlicher für Veränderungen

Schweden. Wie anpassungsfähig ist eigentlich der Elch? Elche leben weit verbreitet und sind in ihrem Bestand nicht gefährdet. Christian Fohringer von der schwedischen Landwirtschaftsuniversität und sein Team wollten es aber genauer wissen. 264 wildlebende Elche aus verschiedenen Regionen Nordschwedens wurden untersucht. Das Ergebnis: An der Küste und in den Bergen hungern sie im Winter mehr als im Inland und wären deshalb bei Veränderungen auch stärker gefährdet. Die Studie dazu erschien in Wileys Online Library.

Elch im Wald

Elch im bewaldeten Inland.

Hungert ein Elch, weil er beispielsweise im Winter nicht genug Nahrung findet, bilden sich Abbauprodukte in seinem Körper. Für den Nachweis verwendete das Team das Kernspinresonanzzentrum an der Universität Umeå. Die Proben von 264 Elchen wurden zwischen 2008 und 2017 genommen, jeweils im Februar/März, da dies die kritischste Zeit ist. Anhand ihrer Losung wurde außerdem ihre Winternahrung bestimmt. Die Elche stammten aus verschiedenen Bereichen im nordschwedischen Inland, dem Schärengarten von Haparanda, der im Winter eisbedeckt ist sowie dem Kirunafjäll. Entsprechend ihrer Lebensräume ernährten sich die Tiere unterschiedlich: Die im Inland hauptsächlich von Kiefer, die es dort auch am meisten gibt, im Fjäll unter anderem von Birke und Weide und an der Küste von einem Mix verschiedener Arten.

Inland bietet im Winter mehr – Küste und Fjäll im Sommer

Es zeigte sich, dass die Inland-Elche im Winter offenbar stabileren Nahrungszugang haben und deshalb weniger hungern als die von der Küste oder im Fjäll. Dafür bieten Fjäll und Küste im Sommer mehr Möglichkeiten, “es muss also nicht schlechter sein, Elch im Fjäll oder an der Küste zu sein”, so Fohringer. Weil diese Elche im Winter aber weniger Spielraum hätten, seien sie auch stärker gefährdet, falls sich in ihrer Umgebung etwas negativ verändere, beispielsweise durch menschliche Eingriffe oder den Klimawandel.

Elchwanderung mit Tücken

Weil die Nahrungssituation in den Bergen wegen des vielen Schnees im Winter kritisch ist, wandern auch viele Elche ins Inland. Dies hatte in der Saison 2020/2021 jedoch ebenfalls Tücken: Weil Herbst und Winterbeginn so warm waren, mit nur wenigen kalten Tagen, war das Eis auf den Flüssen und Seen schlecht, und die Elche hatten Probleme, dieses zu queren. Bei Arjeplog ertranken innerhalb weniger Tage mindestens 15 Tiere dabei.

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