Svartisen: Genehmigung für Gletscher-Eiswürfel ein Stück näher

Norwegen. In Maja Lundes Roman “Die Geschichte des Wassers” (Original: “Blå”) kommt unter anderem jemand vor, der Eis von einem norwegischen Gletscher teuer verkaufen will. Das gibt es nicht nur im Roman: Das Unternehmen SVAICE hat nach dem  Probebetrieb die Betriebsgenehmigung für den Abbau von Eis am Svartisen-Gletscher beantragt. Und mit dem neuen Fylkesmann in Nordland sieht es aus, als seien die Chancen darauf gewachsen. Darüber berichtete NRK.

Svartisen

Storglomvatnet und Svartisen. Foto Victor Engmark, CC BY-NC-SA 2.0

Der SVAICE-Gründer hält sein Produkt für nachhaltig, denn abgebaut werde nur das Eis, das sowieso bald schmelzen werde – vor der Mündung des westlichen Gletschers in den See Storglomvatnet. Es blieben keine Rückstände vor Ort wie etwa beim Bergbau. Als exklusive Eiswürfel soll es die Drinks derer veredeln, die es sich leisten können.  Naturschutzverbände sehen das ganz anders: Die Ökobilanz des Produkts sei katastrophal – vom Hubschrauberflug ins Kühlhaus bis zum Flugzeugtransport zum Endabnehmer. Anlieger und Outdoor-Vereinigungen kritisieren außerdem den Lärm, der sowohl das Wohnen als auch das Wandern beeinträchtige.

Neuer Fylkesmannen zieht alten Einspruch zurück

Zuletzt sah die Situation so aus: Die Kommune Meløy steht dem Projekt positiv gegenüber, denn es bringt Arbeitsplätze. Es gibt dort allerdings auch Gegner – eine Kommunalpolitikerin bezeichnete das Vorhaben als “aktive Sterbehilfe” für den ohnehin schmelzenden Gletscher. 

Der frühere Fylkesmannen von Nordland (trotz des Titels eine Frau, Hill-Marta Solberg) hatte dagegen aber Einspruch erhoben. Sie ist aber inzwischen in den Ruhestand gegangen. Ihr Nachfolger Tom Cato Karlsen hat nach einem Treffen mit SVAICE den Einspruch zurückgezogen, aber einige Auflagen gemacht. Aktuell ist ein Abbau von Anfang September bis  Ende März angedacht. Der Helikopter darf nur September und Oktober benutzt werden, Zugmaschinen nur auf Schnee. Der Abbau und Transport ist zeitlich eingeschränkt und darf nur an Wochentagen stattfinden.  Nun kann die Kommune den Antrag allein behandeln.

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