Arktis-Eis-Maximum: Nur 2017 war noch weniger

Arktis. Nach den Satellitenbildern des National Snow and Ice Data Centers (NSIDC) hat das arktische Meereis am 17. März seine maximale Ausdehnung erreicht. Nur 2017 gab es bisher an dieser Wendemarke noch weniger Eis rund um den Nordpol.

Eis Maximum

Eis-Maximum 2018: 14,48 Millionen
Quadratkilometer. Grafik: NSIDC

Der kalte März hatte das Eis noch etwas wachsen lassen. 2017 war die größte Ausdehnung bereits am 7. März erreicht. Insgesamt erstreckte sich die gefrorene Fläche über 14, 48 Millionen Quadratkilometer. 2017 waren es noch 60 000 Quadratkilometer weniger. 2016 und 2015 lag das Eis-Maximum bei jeweils 14, 52 Millionen Quadratkilometern. Die letzten vier Jahre stehen damit eng zusammen an der Spitze der NSIDC – Negativliste. Und nur neun Werte überhaupt seit Beginn der Satellitenaufnahmen 1979 lagen unter 15 Millionen Quadratkilometern – alle wurden nach 2004 gemessen.

Der diesjährige Winter wich in vielen Punkten von dem ab, was bisher als „normal“ galt, wie Malte Humpert bei High North News aufzählt. So herrschten im Februar in der Nähe des Nordpols plötzlich für 61 Stunden Plusgrade statt 20 Grad minus.  Die Beringstraße verlor innerhalb von zwei Wochen im Februar die Hälfte ihrer Eisfläche. Und nördlich von Grönland öffnete sich plötzlich ein Korridor offenen Wassers von mehreren hundert Quadratkilometern. Dafür war es in Europa und den USA plötzlich ungewöhnlich kalt. Humpert weist hier darauf hin, dass immer mehr Forschungen einen Zusammenhang zwischen der wärmeren Arktis und der Veränderung des Polarwirbels sehen, was das Klima weit weg vom Nordpol ändern kann.

Den untypischen Verlauf des Winter hat auch Spitzbergen zu spüren bekommen: Während der Kontinent bibberte, regnete es dort. Auf der Inselgruppe steigen die Temperaturen auch insgesamt überdurchschnittlich an.

NSIDC erinnert daran, dass die Tschuktschen-See in diesem Winter sehr spät zugefroren sei. Barentssee und Beringstraße hatten besonders wenig Eis. Im März war See um Nowaja Semlja schließlich noch zugefroren. Doch in der Beringstraße setzte sich der Rückzug fort. Und mit der Tag- und Nachtgleiche erschien  nun auch wieder die Sonne am Nordpol und erwärmt die Region.

Nicht nur Ausbreitung, auch Masse ist entscheidend

Die maximale Ausdehnung des Meereises ist zwar eine Marke, die gemessen und verglichen wird. NSIDC erklärt zu diesem Wert aber, der sei sehr abhängig von den Wetter- und Windverhältnissen zu genau jener Zeit. Wissenschaftler vergleichen deshalb auch die monatlichen Mittelwerte und die Masse und Beschaffenheit des Eises. Eine ausführliche Auswertung der Wintersaison steht deshalb noch aus.

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