WWF Finnland zeigt jetzt Ostsee-Ringelrobben in Livecam

Finnland. Die Ringelrobbe gibt es in der gesamten Arktis. Eine Unterart davon lebt in der Ostsee und im finnischen Saimaa-See. WWF Finnland, bekannt für seine Natur-Webcams, hat nun erstmals die Kamera auf einen Ringelrobben-Hotspot in der südwestfinnischen Ostsee-Inselwelt gerichtet, wo die Tiere sich zur Zeit der Mauser gern am Ufer in der Sonne räkeln. Diese Untergruppe ist die kleinste in der Ostsee und durch den Klimawandel besonders gefährdet.

Ringelrobbe

Ringelrobbe. Die Ostseerobbe ist eine kleinere Unterart. Foto NOAA Seal Survey

„Norppalive“, die Livecam vom Saimaa-See, war stets ein großer Publikumserfolg. Die Aktion zog allerdings auch Leute an, die sich nicht mit den Kamerabildern zufriedengeben wollten und den geheim gehaltenen Ort fanden. Um die Ringelrobben zu schützen, brach der WWF die Übertragung ab. In diesem Jahr richtet sich die Linse nun auf ein Stück steiniges Ostsee-Ufer, irgendwo im finnischen Archipel. Zu dieser Untergruppe gehören noch etwa 200-300 Tiere. Ringelrobben bringen ihre Jungen Ende Februar in Schneehöhlen auf dem Eis zur Welt. Die Säugephase dauert fünf bis sechs Wochen. Schneehöhlen schützen auch vor Raubtieren aus der Luft. Stabiles Eis, das lange genug liegt, gibt es in dieser Region aber immer weniger. Während die Kollegen weiter nördlich meist auch die Mauser noch auf dem Eis durchleben können, müssen die südwestfinnischen Inselwelt-Robben dazu geeignete Uferzonen suchen.

Stabiler Ringelrobben-Bestand in der Bottenwiek

Am nördlichsten Ende der Ostsee, in der Bottenwiek und Kvarken, variieren die Eiswinter zwar auch – doch immerhin gibt es noch jedes Jahr richtig Eis, auch jetzt noch. Dieser Bestand ist aktuell nicht gefährdet und so gut, dass sowohl Finnland als auch Schweden unter bestimmten Bedingungen die Jagd zulassen.

Kleinere Bestände gibt es in der Ostsee noch in den Bucht von Riga und im östlichen Ende des finnischen Meerbusens – jenen Gebieten, die auch noch häufiger Eis im Winter bekommen.

Jagd, Verschmutzung, Klimawandel

Die Ringelrobben waren einmal die zahlenmäßig stärkste Robbenart in der Ostsee. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie massiv bejagt. Die Verschmutzung der Ostsee wirkte sich ebenfalls negativ aus – in den 1970er Jahren war ein großer Teil der weiblichen Tiere steril. Der Ostseebestand zerfiel in vier Teile, die sich nicht austauschen. Während die Ostsee inzwischen wieder sauberer ist und offenbar keine Fruchbarkeitsprobleme mehr bestehen, ,bedroht nun der Klimawandel mit immer weniger Eis vor allem die südlichen Bestände.

Frühere Artikel zum Thema:

Finnische Bürger fordern mehr Schutz der Saimaa-Ringelrobbe

Die Livecam des WWF Finnland:

 

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