Island: Aufräumen hinter der Radarstation Heiðarfjall

Island. 13 Jahre lang, von 1957 bis 1970, betrieben die USA eine Radarstation auf dem Berg Heiðarfjall , auf der Halbinsel Langanes.  In dieser Zeit wurde dort giftiger Abfall vergraben, der bis heute dort liegt. Doch nun plant das isländische Umweltministerium eine Sanierung des Bodens. Darüber berichtete mbl.is.

Heiðarfjall

Heiðarfjall. Foto PeterRYV/ Wikimedia,CC BY-SA 4.0,

Island war und ist aufgrund seiner Lage für die USA sehr wichtig: Von dort aus lässt sich die „GIUK“-Lücke (Grönland-Island-UK) gut überwachen. Als Radarstation arbeitete die Anlage auf dem 266 Meter hohen Heiðarfjall aber nur wenige Jahre: Ein Sturm zerstörte 1961 die Kuppel und beschädigte die Antenne. Die Anlage wurde danach aber noch für andere Überwachungsaufgaben genutzt.

Die isländische Regierung hatte damals das US-Militär von der Verantwortung für die Hinterlassenschaften freigestellt. Schon vor 25 Jahren wurde eine Bleiverschmutzung des Grundwassers nachgewiesen.  Die Umweltbehörde plant nun, dort aufzuräumen: Außer dem Blei  sollen dort PCB, Quecksilber und Uran vergraben worden sein. Es sei aber notwendig, noch genauere Analyse vorzunehmen, bevor mit der eigentlichen Planung der Sanierung begonnen werden könne. Die Kosten für diese Untersuchung sollen umgerechnet 500 000 Euro betragen. Damit soll das norwegische geotechnische Institut beauftragt werden.

Nachfolgemodell auf Gunnólfsvíkurfjall

Das Nachfolgemodell der Radarstation wurde 1987 auf dem benachbarten Gunnólfsvíkurfjall auf 719 Metern Höhe errichtet und wird heute von der isländischen Küstenwache betrieben. Diese Anlage machte im Januar 2020 Schlagzeilen, weil ein Mitarbeiter dort aufgrund des schlechten Wetters 12 Tage allein zugebracht hatte.

Die erste Radarstation auf Island gab es bereits im 2. Weltkrieg, von den Briten, später von den USA. Es wird befürchtet, dass auch andere alte Standorte wie Miðnesheiði auf Reykjanes, Stokksnes im Hornafjörður und Straumnesfjall  in den Westfjorden verschmutzt seien könnten.

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