Überraschender Fund: Teichfledermaus bei Umeå nachgewiesen

Skeppsvik (Schweden). Die Teichfledermaus traf man bisher an der schwedischen Ostküste ungefähr bis Gävle. Doch Experten sind sich sicher: Es gibt sie auch bei Skeppsvik, nördlich von Umeå. Bisher konnten sie nur mit dem Detektor nachgewiesen werden, doch ihre Laute sind charakteristisch. Darüber berichteten SVT und Sveriges Radio.

Teichfledermaus

Teichfledermaus, Myotis dasycneme. Foto Gilles San Martin, Belgien, CC BY-SA 2.0

Fledermäuse gibt es sogar jenseits des Polarkreises: Die Nordfledermaus ist in ganz Skandinavien, Finnland und auf der Kolahalbinsel verbreitet. Andere Fledermausarten beschränken sich eher auf die südlichen Landesteile der Nord-Länder. Die Teichfledermaus,  wissenschaftlicher Name Myotis dasycneme, galt in Schweden lange als selten und wurde bisher auch nicht in Finnland oder Norwegen nachgewiesen. In den vergangenen Jahren wurde sie allerdings rund um Stockholm häufiger angetroffen. Bereits 2018 wurden ihre Laute von Mitarbeitern des Umweltamtes bei Skeppsvik nördlich von Umeå aufgenommen. Inzwischen haben Experten bestätigt, dass es sich bei den aufgenommenen Lauten um die der Teichfledermaus handelt – 400 Kilometer nördlicher als bisherige Fundorte. Eine Vertreterin des Umweltamtes sagte zu SR, auch andere Fledermausarten zögen nach Norden. Dies könne daran liegen, dass das Klima wärmer werde. Man habe allerdings bisher wenige Daten zu den Beständen.

Fledermausarten ziehen nach Norden

Die Teichfledermaus jagt Insekten über Wasser und fängt sie mit den Füßen – an Futter sollte es in Nordschweden nicht mangeln. Skeppsvik/Umeå mag für den schwedischen Bestand das nördlichste Vorkommen sein. Laut der Karte des IUCN gibt es allerdings einen Bestand in Russland südöstlich von Archangelsk, der ungefähr ebenso weit nördlich reicht und wo der Winter ebenfalls lange dauert. Mit der Teichfledermaus hat die Region Västerbotten nun elf nachgewiesene Arten. Weiter nördlich ist vor allem die Nordfledermaus noch anzutreffen.

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