Russland: Zwei versunkene Atom-U-Boote sollen gehoben werden

Russland.  Das Atom-U-Boot K 159 sollte zum Abwracken, im Jahr 2003. Doch es sank bereits auf dem Weg zur Werft nördlich von Murmansk in der Barentssee – mit 800 Kilogramm Kernbrennstoff an Bord. Neun Menschen starben dabei. Das Atom-U-Boot ist eine Zeitbombe für die russische und norwegische Fischerei in der Barentssee. Rosatom will es nun heben, gemeinsam mit einem weiteren U-Boot und anderen radioaktiven Objekten bei Nowaja Semlja. Das berichtete TASS.

Bellona K 159

K 159 im Schlepp. Das U-Boot sank später. Foto Bellona, CC BY-NC-SA 2.0

In den russischen arktischen Gewässern liegen rund 18 000 atomtechnische Objekte, fast alle noch aus Sowjetzeiten. Von diesen seien allerdings 95 Prozent inzwischen in einem ungefährlichen Zustand, so ein Vertreter des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom zu TASS. Sechs Objekte seien am gefährlichsten:

  • Das Atom-U-Boot K 159 westlich der Kildin-Insel, Barentssee
  • Das Atom-U-Boot K 27 östlich von Nowaja Semlja, das dort absichtlich versenkt wurde, Karasee
  • Die ausgedienten Reaktoren der Atom-U-Boote K-11, K-19 und K-140, die östlich von Nowaja Semlja versenkt wurden, Karasee
  • Der ausgediente Reaktor des Atomeisbrechers Lenin, der östlich von Nowaja Semlja versenkt wurde, Karasee

Zwei U-Boote sind das größte Risiko

Davon dürfte K 159 das aufwendigste und teuerste Projekt sein, denn es liegt mehr als 200 Meter tief. Die absichtlich versenkten Teile in der Karasee liegen vergleichsweise flach, allerdings ist nicht von allen die genaue Position bekannt. Über die Bergung dieser Objekte, die 90 Prozent der radioaktiven Strahlungsquellen darstellen, wird schon länger diskutiert. Insbesondere die beiden U-Boote gelten als großes Risiko für die Zukunft. In die Vorbereitung dieser Aktion waren internationale Experten aus Italien, Norwegen, Deutschland und Großbritannien eingebunden, außerdem die norwegische Umweltorganisation Bellona. Rosatom rechnet damit, dass die Aktion etwa acht Jahre dauern wird. Die Gesamtkosten werden auf 278 Millionen Euro geschätzt.

Viel Atommüll im Meer

Die Entsorgung von Atommüll im Meer war über Jahrzehnte in vielen Staaten gängige Praxis. Die Sowjetunion/Russland übten dies allerdings am längsten aus. Laut Atommüllrapport.de fand die letzte bekannte Verklappung 1993 durch Russland statt.

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