Britischer Youtuber prüft nach: Kolbeinsey gibt es noch!

Island. Gibt es eigentlich Kolbeinsey noch? Das fragte sich der britische Youtuber Tom Scott, nachdem er vor seinem Island-Trip auf dieses nördlichste Stück des Inselstaates aufmerksam gemacht wurde. Laut dem alten Wikipedia-Eintrag sollte Kolbeinsey nämlich 2020 verschwunden sein. Tom Scott charterte ein Flugzeug und sah nach: Kolbeinsey gibt es noch, wenn auch stark geschrumpft.

Kolbeinsey

Kolbeinsey. Foto Tom Scott

Kolbeinsey ist nicht irgendeine Insel. Sie ist sogar in Landnámabók, der Geschichte der isländischen Besiedlung, erwähnt und war früher deutlich größer. Wie alles auf und um Island ist sie vulkanischen Ursprungs und entstand vermutlich ähnlich wie Surtsey. Nach ihr ist auch der Kolbeinsrücken benannt, der Teil des Mittelatlantischen Rückens nördlich von Island, es ist das einzige Stück dieses Abschnitts, das (noch) über die Wasseroberfläche ragt. Nach der Svarfdæla Saga erhielt die Insel ihren Namen nach einem gewissen Kolbeinn, der dort Schiffbruch erlitt und starb.  Dies wird dort allerdings nur nebenbei erwähnt und spielt keine Rolle für die Saga.

Island nördlich des Polarkreises

Kolbeinsey liegt 74 Kilometer nordwestlich von Grímsey und wird auch dann noch nördlich des Polarkreises liegen, wenn dieser von Grímsey vorübergehend verschwindet. Es wurde versucht, auf der Insel einen Hubschrauberlandeplatz anzulegen, dieser hielt sich aber nicht. Die Erosion ist zu stark. Die Insel spielte aber eine wichtige Rolle in den Verhandlungen mit Dänemark um Islands Fischereizone 1996/1997 und verschaffte Island damals eine größere Zone. Sollte die Insel irgendwann einmal von der Erosion komplett abgeschliffen sein, gilt dieser Vertrag trotzdem weiter. 

Tom Scott ist es jedenfalls zu verdanken, dass es nun ein aktuelles Bild von Kolbeinsey gibt und Wikipedia auf den neuesten Stand ist: Zumindest bei Niedrigwasser ragt die Insel noch aus dem Meer, zur Freude der Seevögel. Sie besteht allerdings nur noch aus zwei flachen Felsen.

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Hier das Video von Tom Scotts Flug nach Kolbeinsey:

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