Papageientaucher auf Island: Guter Start in die Brutsaison 2019

Island. Die Zählung der Papageientaucher auf Island hat begonnen – und von der Insel Akurey im Kollafjörður gibt es gute Nachrichten. In vier von fünf Löchern wohnen Vögel mit Eiern. Die Wissenschaftler wurden auf der Fahrt von RÚV begleitet.

Papageientaucher

Papageientaucher. Foto Jan Steffen

Die Vögel werden auf Island zweimal im Jahr an zwölf verschiedenen Orten gezählt gezählt: Einmal während des Brütens, und einmal im August, um zu sehen, was aus den Jungvögeln geworden ist. Wie das Zählen vor sich geht, erklärt Vogel-Experte  Erpur Snær Hansen gegenüber RÚV : Er hält eine maßgefertigte Kamera an einem langen Schlauch in die Löcher. Die Kamera sendet Infrarotlicht aus. Die Vögel sehen das Licht also nicht, aber die Menschen können entschlüsseln, was sich in dem jeweiligen Loch verbirgt. Mit dem Ergebnis ist Erpur Snær Hansen zufrieden: Die Quote sei noch etwas besser als im vergangenen Jahr.

Eine Ursache dafür sieht er darin, dass es in der Faxafloí-Bucht schon das zweite Jahr in Folge wieder Sandaale gibt, das Hauptnahrungsmittel der Papageientaucher.

Zahl der Eier reicht nicht – die Jungen müssen auch groß werden

Die Insel Akurey im Kollafjörður im  Großraum Reykjavík ist erst vor einem Monat unter Naturschutz gestellt worden. Es ist eine flache, grüne Insel von 6,6 Hektar. Ein Grund dafür war das Ziel, bessere Bedingungen für den Papageientaucher, isländisch lundi, zu schaffen. Weil er zuletzt nicht ausreichend Nachwuchs hatte, gilt sein Bestand auf Island als bedroht. Mit dem Ausbrüten der Eier allein ist der Nachwuchs auch noch nicht gesichert: Er muss so groß werden, dass er fliegen und allein sein Futter aus dem Meer holen kann. Daran scheiterten in den vergangenen Jahren viele Brutpaare, nicht nur auf Island. Die Elterntiere taten sich schwer, ausreichend Futter zu finden, weil der Sandaal offenbar anderswo schwamm, der Nachwuchs verhungerte teilweise. Auch auf den Färöer und in Norwegen brach der Bestand ein.

Vom Start der Zählreise, die das Team von Náttúrustofa Suðurlands auch auf die Westmännerinseln, nach Grímsey und zu weiteren Stationen führen wird, gibt es also diesmal gute Nachrichten. Entscheidend ist allerdings das Ergebnis im August: Wie viele Jungvögel werden erwachsen?

Früherer Artikel zum Thema:

https://polarkreisportal.de/wenn-der-papageientaucher-hungrig-bleibt

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