Norwegisch-russische Grenze um zwei Kilometer gewachsen

Norwegen/Russland. Die Grenze zwischen Russland und Norwegen ist seit kurzem zwei Kilometer länger als vorher. Ursache sind neue Messmethoden und veränderte Flussläufe. Das meldete die norwegische Polizei nach vollendeter Messarbeit.

Grenze Norwegen Russland

Der norwegische Grenzkommissar Roger Jakobsen, dahinter eine russische Grenzwache. Foto: Politiet Norge

Die letzte vollständige Messung und Kartierung fand 1947 statt – damals wurde eine Länge von 195,7 Kilometern festgestellt.  Die Grenze verläuft zu drei Vierteln durch Wasser, durch Pasvikelva und Grense Jakobselva. Es gilt die tiefste Rinne – und die kann sich im Verlauf der vergangenen 70 Jahre schon mal ändern. Mit der neuen Technologie konnten die Biegungen entlang der Flüsse außerdem genauer gemessen werden. Die neue Strecke von 197, 7 Kilometern ist auf insgesamt 1300 Seiten dokumentiert, wie die Polizei berichtet. Darunter seien auch 18 neue Karten.

Bei der Neuvermessung hatten norwegische und russische Beamte zusammengearbeitet. Die Norweger waren unter anderem für  Luftaufnahmen zuständig, die Russen für Tiefenmessungen in den Gewässern.

Grenzübergang nur bei Storskog/ Boris Gleb

Grenze

Die Grenze von Norwegen und Russland – jetzt 197,7 Kilometer lang.

Auf norwegischer Seite ist die Grenze zugänglich, sie zu übertreten, kostet aber Strafe. Russische Grenzanlagen und Personal dürfen nicht fotografiert werden. Von russischer Seite aus gibt es eine 18 Kilometer breite Sperrzone, die man nur mit Sondergenehmigung überschreiten darf. Der offizielle Übergang ist in Storskog/Boris Gleb. Dafür ist ein Visum nötig, es sei denn, man wohnt dort und hat den „Grenseboerbevis“. Das Befahren und Fischen in den Grenzflüssen ist auf der norwegischen Seite erlaubt, allerdings nicht jedem und nur unter bestimmten Bedingungen (Regelungen siehe hier).

Im Süden treffen die russischen und die norwegische Grenze auf die finnische. Dort ist ein Steinhaufen errichtet (Treriksrøysa), den man zu Fuß von norwegischer Seite aus erreichen kann (Wegbeschreibung, norwegisch). Hier stoßen auch drei unterschiedliche Zeitzonen aufeinander. Der Pasvik-Inari-Trilateral-Park geht über drei Ländergrenzen hinweg und besteht aus insgesamt fünf verschiedenen Schutzgebieten, drei in Norwegen, eins in Finland und eins in Russland.

Das Pasviktal und die Politik

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Rund 40 Jahre ging der Eiserne Vorhang durchs Pasviktal. Norwegen und die Sowjetunion arbeiteten allerdings zusammen beim Bau von insgesamt sieben Wasserkraftwerken am Pasvikfluss. 1991 wurde die Grenze wieder durchlässiger. Mit der Gründung der Barentskooperation begann eine Zusammenarbeit auch auf lokaler und  regionaler Ebene. Gefördert wurde die Begegnung von Mensch zu Mensch über die Ländergrenzen hinweg. Und wer in einer Zone von 30 Kilometern entlang der norwegisch-russischen Grenze wohnt – beispielsweise in Kirkenes, Nikel oder Petschenga – kann seit einigen Jahren eine spezielle Erlaubnis (Grenseboerbevis) beantragen und sich dann ohne Visum innerhalb dieser Zone bewegen.  Auf regionaler Ebene ist die Beziehung zwischen den Grenzgebieten auch weiter gut, selbst wenn zwischen den Hauptstädten gerade wieder Eiszeit herrscht.

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