2017 wieder mehr Grenzverkehr zwischen Norwegen und Russland

Norwegen/Russland. Der Grenzverkehr zwischen Norwegen und Russland ist im Jahr 2017 wieder angestiegen. Das meldet der Barents Observer. 265 177 mal wurde die Landesgrenze am einzigen norwegisch-russischen Übergang in Storskog/Boris Gleb überquert. Das sind 12, 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bøkfjordbrücke

Die neue Brücke über den Bøkfjord (E105).
Foto Knut Opeide/Statens Vegvesen Norge

Stärkster Monat war dabei mit 25 496 gezählten Übergängen der Dezember, wie die Internetzeitung meldet – vermutlich Russen, die nach Kirkenes zum Christmas-Shopping unterwegs waren. Etwa ein Drittel  davon gehörte zu der Gruppe, die als grenznahe Bewohner kein Visum brauchen.

Für diejenigen, die zwischen Russland und Norwegen hin- und herreisen wollen, ist der Weg 2017 ein Stück einfacher geworden: Ende September ist eine neue Wegeführung der Europastraße  105 eingeweiht worden, die von Kirkenes nach Murmansk führt. Wer von Kirkenes zur russischen Grenze will, kann nun den neuen Trifon-Tunnel und die neue Brücke über den Bøkfjord nutzen und muss nicht mehr durch den Ort Elvenes fahren. Die Stahlteile für die neue Brücke stammen übrigens aus Deutschland, von Schachtbau Nordhausen. Auf russischer Seite ist die Strecke in den vergangenen Jahren ebenfalls verbessert worden. Zumindest theoretisch sind die 220 Kilometer zwischen Kirkenes und Murmansk nun in drei Stunden zu schaffen – wenn es am Grenzübergang nicht zu Staus kommt. Örtliche Politiker und die Polizei fordern schon lange den Ausbau des „Flaschenhalses“, woran der Barents Observer , aber auch NRK erinnern.

Laden Kirkenes

Die Geschäfte in Kirkenes sind auf Kunden aus Russland
eingerichtet.

Den Rekord für Grenzquerungen hält aber das Jahr 2013. Damals war die Möglichkeit für Menschen aus dem Grenzgebiet, visafrei zwischen den Ländern zu reisen, gerade erst eingeführt worden. Mehr als 320 000 Grenzabfertigungen wurden 2013  verzeichnet. Die Mehrzahl der Reisenden laut Barents Observer Russen, die in Kirkenes einkaufen oder dort ins Flugzeug steigen. Norweger  nutzten dagegen gern die billigen Tankstellen in Russland. Im Zuge der Krim-Krise 2014 brach der russisch-norwegische Grenzverkehr zunächst ein.

2015: Mit dem Rad über die Grenze

Internationale Aufmerksamkeit erhielt der Grenzübergang  2015, als 5465 Flüchtlinge die Möglichkeit nutzen, über Russland nach Norwegen einzureisen – per Fahrrad, weil man zu Fuß die Grenze nicht queren darf. Einige Exemplare davon stehen heute im Museum in Kirkenes. Norwegen änderte dann sein Verfahren, und die Grenze war praktisch dicht. Wie NRK im Dezember meldete, wurden rund 332 der 2015 Eingereisten nach Russland zurückgeschickt, 1728 erhielten Asyl,  2173 wurden nicht anerkannt und ein großer Teil verschwand in andere Länder.

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