Norwegen richtet neues Meeresschutzgebiet ein: Lopphavet

Norwegen. „Lopphavet“ heißt das Meer vor der norwegischen Küste auf der Höhe von Alta. Dort entsteht nun Norwegens bisher größtes Meeresschutzgebiet zwischen den Kommunen Loppa, Alta und Hasvik, wie jüngst die Regierung meldete. Damit ist eine Reihe von Nutzungen künftig verboten. Fischerei ist aber weiterhin erlaubt, abgesehen von zwei Stellen mit Korallenriffen.

Lopphavet

Grenzen des Schutzgebietes Lopphavet zwischen Loppa, ALta und Hasvik in der Finnmark. Quelle: Statsforvalteren Troms og Finnmark

Die Verhandlungen über dieses Gebiet hatten sich mehr als zehn Jahre hingezogen. Ursprünglich hätten es 3045 Quadratkilometer sein sollen, wie NRK berichtet. Nach Einspruch der Kommunen und der lokalen Wirtschaft wurde die Fläche auf 1322 Quadratkilometer reduziert. Konkret handelt es sich um ein großes Gebiet zwischen der Insel Loppa und Sørøya sowie nördlich davon. Dieses umfasst sowohl eine tiefe Rinne als auch Flachwasser und Küste mit jeweils unterschiedlicher Flora und Fauna. Dazu kommen zwei kleinere Flächen weiter landeinwärts. Eins davon ist das Korallenriff im Stjernsundet vor Alta.

Das Gebiet ist wichtig für Seevögel und den Küstenkabeljau. Künftig darf dort nichts geschehen, was sie negativ beeinflussen könnte, zum Beispiel der Bau von Windrädern oder das Abladen von Material.

Fischerei soll weiterhin zugelassen sein wie zuvor, mit einigen Ausnahmen. Zwei Korallenriffe müssen umfahren werden, und vor Hasvik darf nicht mit Grundschleppnetzen gefischt werden, weil dies als Vergleichsgebiet für die Forschung gelten soll.

Aquakultur außerhalb des Schutzgebietes

In den angrenzenden Fjorden wird Fischzucht betrieben. Diese und potenziell weitere für die Aquakultur geeignete Gebiete befinden sich außerhalb der Grenzen des Schutzgebietes.

Das Gebiet soll von einem eigenen Gremium verwaltet werden, in dem die drei Kommunen, das Fylke und der Sameting vertreten sind.

Norwegen setzt sich international für mehr Meeresschutzgebiete ein. An der eigenen Küste sind bisher allerdings nur 5 Prozent der Fläche als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Dies soll bis 2030 verdoppelt werden.

Früherer Artikel zum Thema: Norwegen: Neuer Nationalpark Lofotodden

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