Norwegen: Neuer Nationalpark Lofotodden

Norwegen. Die südliche Spitze der Lofoten – „Lofotodden“ wird Norwegens 40. Nationalpark auf dem Kontinent. Diesen Beschluss verkündete die Regierung in einer Pressemitteilung. Damit wird eine einzigartige und atemberaubende Landschaft unter Schutz gestellt. Während die einen diesen Schritt für überfällig halten, fürchten die anderen Einschränkungen.

Lofoten

Ausblicke wie dieser (Kvalvika) machen die Lofoten so besonders. Foto pixabay

Eine verschnörkelte Küstenlinie, Felswände, die steil ins Meer abfallen, ab und zu ein weißer Sandstrand in einer Bucht mit türkisem Wasser wie in der Karibik oder ein malerisches Fischerdorf. Die Lofoten sind geprägt von Gegensätzen, das macht ihren Reiz aus. Deshalb finden auch immer mehr Touristen den Weg zu der Inselgruppe nördlich des Polarkreises, sei es zum Wandern unter der Mitternachtsonne oder zum Bestaunen des Polarlichts über weißen Gipfeln.

Die Lofoten sind aber nicht nur schön, sondern auch aus biologischer, geologischer und historischer Sicht wertvoll. Zwischen Berggipfel und Küste finden viele seltene Pflanzen und Tiere ihre Nischen. Auch der Mensch siedelt dort schon lange: In Kollhellaren und Bukkammerhola kann man 3000 Jahre alte Höhlenmalerei sehen.

All dies soll nun durch den neuen Status noch besser geschützt werden. Der neue Nationalpark ist 99 Quadratkilometer groß, davon liegen 86 an Land und 13 sind direkt angrenzendes Flachwasser. Es nimmt den großen Teil der Fischerei-Kommunen Moskenes und Flakstad auf den gleichnamigen Inseln ein.

Helsegga Lofotodden

Das südlichste Ende des neuen Nationalparks Lofotodden: Helsegga und Stortinden in Wolken. Foto Robert Anders, CC BY 2.0

Manche Einwohner hatte in der Vorbereitungsphase Sorge, dass ihre Orte nun zu Museen werden, wie NRK berichtet – und dass sie Einschränkungen hinnehmen müssen. Bei einer Abstimmung in Moskenes 2015 sprachen sich laut NRK 58 Prozent dagegen und nur 41 Prozent dafür aus. Die Wahlbeteilung lag allerdings nur bei 44 Prozent.

„Alle Aktivität, die mit Fischerei verknüpft ist, kann weiter betrieben werden. Die wenigen Wasserflächen auf der Außenseite, die innerhalb des Schutzgebietes liegen, sind ausgeprägte Flachwassergebiete, die sich für Aquakultur und Fischerei wenig eignen“, heißt es dazu von Regierungsseite. Außerdem wurde die Grenze so gezogen, dass die meisten Ferienhäuser und Flächen für einzelne geplante Projekte bereits ausgenommen sind.

Kritisch wird der neue Nationalpark auch von jenen betrachtet, die gerne vor den Lofoten nach Öl gebohrt hätten, was aber nach den Koalitionsabsprachen nicht in dieser Legislaturperiode passieren wird. Das potenzielle Fördergebiet liegt zwar nicht in der Schutzzone, einfacher dürfte die Umsetzung dieses hochumstrittenen Plans durch den Nationalpark in der Nähe allerdings nicht werden.

Mehr zum Öl vor den Lofoten:Lofoten, Vesterålen und Senja bleiben für Ölsuche tabu

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