Norwegen: Neue Arten im Saltstraumen?

Norwegen. Täglich versammeln sich Touristen am Saltstraumen, um die Wirbel des mächtigen Gezeitenstroms zu beobachten. Biologen beobachten lieber unter Wasser: Zurzeit werden dort fleißig die Arten kartiert – denn nur, wenn man weiß, was man hat, weiß man, was sich verändert. Und möglicherweise sind sie dabei bereits auf neue Arten gestoßen. Darüber berichtete NRK.

Blick von der Brücke: Der Strom im Saltstraumen kann bis zu 22 Knoten betragen.

Der Saltstraumen bei Bodø gilt als einer der stärksten Gezeitenströme der Welt. Im Laufe von sechs Stunden pressen sich dort rund 372 Millionen Kubikmeter Wasser durch eine Passage, die an ihrer engsten Stelle nur 150 Meter breit und 31 Meter tief ist – und die nächsten sechs Stunden wieder zurück. Der Saltraumen verbindet den tief ins Land reichenden Skjerstadfjorden mit dem Saltfjorden und dem offenen Meer. Die Geschwindigkeit des Stroms kann bis zu 22 Knoten betragen. Es bilden sich aber auch Wirbel, die von der Brücke aus sehr gut zu sehen sind. Boote, die nicht extrem stark motorisiert sind, passieren die Stelle besser nur um die Wendepunkte zwischen Ebbe und Flut, wenn der Strom weniger stark ist.

Artenreichtum dank Strömung

Taucher schätzen die Stelle wegen ihres Artenreichtums – „eine Explosion von Farben und Leben“ schildert einer gegenüber NRK. Grund dafür ist das gute Nahrungsangebot dank der Strömung. Dieser Artenreichtum wird jetzt im Zuge eines Forschungsprojekts kartiert, und es ist gut möglich, dass dabei auch noch Arten gefunden werden die bisher gar nicht bekannt sind. An dem Projekt ist unter anderem die Universität Trondheim beteiligt. Ein Vertreter des dortigen Wissenschaftsmuseums sagt, man habe bereits sehr viel gefunden. Nun sei man dabei, DNA-Proben zu nehmen und die entsprechenden Experten zu kontaktieren, um die Funde abzugleichen und ganz sicherzugehen.

Ziel der Kartierung ist eine Bestandsaufnahme, anhand der sich in Zukunft auch Veränderungen nachvollziehen lassen – sei es im Zuge des Klimawandels oder anderer Ursachen.

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