Norwegen: Jagd auf Minkwale hat begonnen

Norwegen. Die Walfangsaison in Norwegen hat begonnen. Insgesamt dürfen in diesem Jahr 1278 Minkwale getötet werden.  Über den Fang der ersten Tiere vor den Lofoten  berichtete nun NRK.

Minkwal

Minkwal. Foto NOAA/Wikimedia Commons

Zwölf Schiffe haben sich in diesem Jahr angemeldet, um auf Walfang zu gehen. Die Quote ist so hoch, weil im vergangenen Jahr nur 342 gefangen worden waren. Nur der Minkwal, auch Zwergwal genannt, darf bejagt werden. Die Art gehört zu den häufigsten im Nordatlantik, nach dem norwegischen Polarinstitut gibt es gut 100 000 Exemplare. Der Bestand gilt nicht als bedroht. Der Fang sei streng reguliert und basiere auf der Bestandsermittlung nach Methoden des IWC (International Whaling Commission), heißt es auf der Internetseite des Meeresforschungsinstitutes (Havforskningsinstituttet).

Stimmen pro und contra

Walfang ist auch in Norwegen umstritten. „Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit, Wale zu fangen. Wir wissen dagegen, dass große Meeressäuger sehr wichtig für das Ökosystem im Meer sind“, sagt beispielsweise die Vorsitzende der Tierschutzorganisation NOAH, Siri Martinsen, zu NRK. NOAH kritisiert die Harpunierung als extrem schmerzhaft und als Tierquälerei.

Es gibt aber auch Umweltschutzorganisationen, die Walfang in dem aktuellen Umfang akzeptabel finden: „Der Zwergwal hat sein ganzes Leben in Freiheit verbracht, bevor er als Nahrung für uns endet. Wenn du also nicht Veggie bist, hoffe ich, dass du Zwergwal zum Abendessen wählst, und mit gutem Gewissen.  Das Fleisch ist viel umweltfreundlicher produziert als Schwein oder Rind, und es ist außerdem Teil unserer Küstenkultur hier im Norden“, äußerte beispielsweise die frühere Vorsitzende des Naturvernforbundet der Region Troms, Silje Lundberg, 2015 angesichts einer Aktion von Sea Shepherd in Norwegen.

IWC und NAMMCO

Norwegen ist zwar Mitglied im IWC, hat sich aber ebenso wie Island gegen das 1982 beschlossene Walfangmoratorium ausgesprochen. Die Bestands- und Fangdaten werden aber ausgetauscht. Japan deklariert seine Walfänge als Forschung. Grönlands Inuit dürfen als Urvolk Wale zur Selbstversorgung fangen. Die Färöer sind nicht Mitglied im IWC. Man hält das IWC nicht für die geeignete Organisation zur Überwachung kleiner Arten wie dem Pilotwal, der auf den Färöer gefangen wird.

Die Färöer, Norwegen, Island und Grönland arbeiten allerdings in der North Atlantic Marine Mammal Commission (NAMMCO) zusammen, die auch Daten mit dem IWC austauscht.

Umweltgifte im Walfleisch

Während die einen in Norwegen noch die Tradition beschwören und den gesundheitlichen Wert von Walfleisch hervorheben, ist die Nachfrage der Verbraucher danach gesunken. Was auch daran liegen könnte, dass der heutige Wal gar nicht so gesund ist: In den großen Tieren sammeln sich die Umweltgifte aus dem Meer. Schwangeren wird bereits davon abgeraten.  Im kleinen Pilotwal, der ein Zahnwal ist und auf den Färöer gefangen wird , ist die Dosis aber höher als im größeren Minkwal, einem Bartenwal.

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